Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Hintergrund

Erste-Chef Spalt kämpft mit Treichls Erbe

Bernd Spalt
Erste-Group-Vorstandschef Bernd Spalt hat seine Bankengruppe gut durch die Coronakrise geführt, aber nun dringt Kritik an seinem Führungsstil an die Öffentlichkeit.[ Caio Kauffmann ]
  • Drucken

Es war klar, dass es nicht einfach wird: Nun gerät Erste-Group-Chef Bernd Spalt unter Druck. Auch an der Spitze des Aufsichtsrats wird es zu Veränderungen kommen.

Wien. Für eine Bank ist die Erste sehr gut darin, nicht negativ aufzufallen. Das kalt berechnende Bankgeschäft überdeckt sie mit herzerwärmenden Imagekampagnen, die komplexe Organisationsstruktur mit einem konsistenten Markenauftritt. Sie holt fähige Leute an Bord, hält die Stimmung in der Belegschaft hoch und verhindert damit, dass Interna nach außen dringen. Politisch ist sie gut vernetzt und bringt auf höchster Regierungsebene ihre Anliegen durch.

Zumindest war das unter Andreas Treichl so. In seinen 24 Jahren an der Spitze der Ersten hat er aus lokalen Sparkassen die größte Bankengruppe Österreichs und einen der bedeutenden Akteure in Ost- und Südosteuropa aufgebaut. Dabei hat er viel riskiert und auch Fehler gemacht. Doch der Wiener verstand es, seine Umgebung zu inspirieren, Talente zu fördern und seine Pläne durchzuziehen. Kanzler schätzten seine Meinung und boten ihm Posten an – zuletzt als Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank. Doch der 71-Jährige entschied sich stets für sein Lebenswerk: die Erste.