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Na Nang Club: „Haben riesengroßen Rückgang“

Seit fünf Jahren betreibt Nadine Lenzinger den Na Nang Club in der Hernalser Hauptstraße. „Die meisten Reggae-Clubs in Wien mussten bereits schließen. Wir sind also quasi der ,Last Man Standing‘“, sagt sie. „Deshalb trifft sich die Community aus ganz Österreich bei uns.“ Die Coronakrise und vor allem die 2-G-Regel sei für das Lokal, deren größte Zielgruppe die afrikanische Community ist, eine Katastrophe. „Wir bemerken einen riesengroßen Rückgang an Gästen. Die Zahl der Besucher hat sich seit Corona halbiert, seit die 2-G-Regel gilt, sind es noch einmal weniger geworden.“

Verschiedene Erklärungen hat die Clubbetreiberin dafür. „Unter anderem, dass unsere Stammklientel zum Teil aus Personen besteht, die keinen guten Zugang zur Impfung haben. Nicht weil das unbedingt alles Impfverweigerer sind, sondern manche in prekäreren Situationen leben. Und: Bei vielen unserer Gäste sind Kontrollen der Polizei, die es ja verschärft gibt, eine große Angst.“ Am Interesse am Na Nang Club scheitere es nicht, so Lenzinger – viele Leute, die nur einen PCR-Test nachweisen können, müsse man nach wie vor an der Tür wegschicken.

Geöffnet hat der Club trotz der Schwierigkeiten, wenn auch nur noch am Wochenende. „Da sich der Betrieb unter der Woche nicht mehr auszahlt“, sagt Lenzinger. „Wir bemühen uns aber, dass wir weiterhin viel Programm bieten. Dabei versuchen wir auch, kreativ zu werden, um andere Zielgruppen anzusprechen.“ Der Na Nang Club ist zwar ein Nachtlokal, immer wieder gebe es dort aber auch Veranstaltungen. Lenzinger fragte deshalb beim Amt an, ob man die für Veranstaltungen geltende 2,5-G-Regel einführen könne, bei der auch PCR-Tests gelten. „Das wurde aber nicht zugelassen. Jetzt hoffen wir vor allem auf Anfragen für Feiern – dann wissen wir nämlich, dass wir an gewissen Abenden mit einer größeren Runde rechnen können.“ ⫻

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2021)