Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Klassik

Peter Grimes am Abgrund im Theater an der Wien

Fließende Übergänge zwischen Körperkraft und Erotik: Der neue Peter Grimes, Eric Cutler, mit Gieorgij Puchalski als seinem Gehilfen John.
Fließende Übergänge zwischen Körperkraft und Erotik: Der neue Peter Grimes, Eric Cutler, mit Gieorgij Puchalski als seinem Gehilfen John.Monika Rittershaus
  • Drucken

Brittens „Peter Grimes“ fesselt und bewegt in Christof Loys preisgekrönter Inszenierung wie schon 2015 – nun mit Eric Cutler in der Titelrolle.

Die Zeichen stehen auf Sturm im kleinen Fischerdorf, wo jeder jeden kennt und die Bigotterie regiert. Kein Wunder, dass vier der so wundersam beredten orchestralen Zwischenspiele aus „Peter Grimes“ auch ihren Weg in den Konzertsaal gefunden haben. Aber ihre ganze dramatische Kraft entfalten sie erst, wenn sie aus der kompletten Partitur herauswachsen. Da werden Naturschilderung und Seelenausdeutung eins; da kommt vom todbringenden Orkan bis zum Sonnenstrahl vergeblicher Hoffnung alles zur Sprache, was die Charaktere nicht ausdrücken und leben können: so zu lieben und geliebt zu werden, wie es ihrem Inneren entspricht. Der Regisseur Christof Loy hat gerade die Interludes 4 und 5, also die Passacaglia und das Vorspiel zum dritten Akt, zu den Wende- und Höhepunkten seiner Deutung gemacht – einer Deutung, die auf atemberaubende Weise mehr erzählt, als das Libretto verrät.

Benjamin Britten boomt: Die Neue Oper Wien hat gerade mit „Death in Venice“ reüssiert, Ende Jänner wird Jonas Kaufmann in einer Wiederaufnahme der Mielitz-Inszenierung an der Staatsoper Peter Grimes singen – und auch ans Theater an der Wien kehrt die Geschichte vom Außenseiter wieder, mit der Britten 1945 seine Karriere als einer der zentralen Opernkomponisten des 20. Jahrhunderts begründen konnte. Längst hat sich unter Opernfans herumgesprochen, welch emotionale Kraft seine Musik entfesselt. 2015 mit dem International Opera Award als beste Produktion des Jahres ausgezeichnet, zudem bei einer Publikumsabstimmung unter die drei stärksten des Hauses gewählt, erweist sich dieser „Peter Grimes“ in der letzten Saison Geyer nun neuerlich als Atout.