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Deutschland

Strache trat als Festredner bei Pegida-Jubiläum in Dresden auf

Heinz-Christian Strache sprach vor rund 1000 Pegida-Anhängern in Dresden.
Heinz-Christian Strache sprach vor rund 1000 Pegida-Anhängern in Dresden.APA/AFP
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Die ausländerfeindliche Pegida feiert ihr siebenjähriges Bestehen. Ex-Vizekanzler Strache forderte dazu auf „die abendländische Kultur“ retten.

Im Zentrum von Dresden im deutschen Bundesland Sachsen waren am Sonntag die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) zusammengekommen, um ihren siebenten Geburtstag zu feiern, darunter auch Pegida-Gründer Lutz Bachmann und Strache. Vor der Bühne standen Schätzungen zufolge knapp 1000 Menschen und damit weniger als erwartet. Deutlich mehr, etwa 2500 bis 3000 Protestierende, waren es auf der Gegenseite. Die stark vertretene Polizei hatte beide Lager mit Absperrgittern und einer breiten Gasse voneinander getrennt.

Auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken war auch Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu sehen, er hielt vor den Pegida-Anhängern eine Rede. „Und gemeinsam wollen wir als europäische Völker und europäische Patrioten diesen europäischen Kontinent im Sinne unserer abendländischen Kultur retten. Und die Rettung, das ist unser Anspruch. Und dazu braucht's auch ein Europa als 'Festung Europa'. Glück auf. Danke, dass es euch gibt, macht's weiter so“, rief er den versammelten Menschen zu.

Die Teilnehmer der Pegida-Demo.
Die Teilnehmer der Pegida-Demo.APA/AFP/-

„Herz statt Hetze"

In Dresden hat sich am Sonntag aber auch breiter Widerstand gegen die asyl- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung formiert. Mehrere Bündnisse hatten zu Gegendemonstrationen und zu Protestzügen Richtung Innenstadt aufgerufen. Auf dem Altmarkt sammelten sich die Gegendemonstranten am Nachmittag mit Transparenten, Trillerpfeifen und Rasseln.

Unter anderem hatten etwa die Technische Universität (TU) Dresden sowie das Bündnis "Herz statt Hetze" zu Gegenprotesten aufgerufen. "In unserer Universität leben wir ein Miteinander, das getragen ist von Respekt gegenüber Andersdenkenden, -lebenden und -aussehenden", sagte TU-Rektorin Ursula Staudinger bei einer von der Hochschule angemeldeten Demonstration. Auch FDP-Oberbürgermeister Dirk Hilbert hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, am Sonntag für Vielfalt, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander auf die Straße zu gehen.

Vereinzelt Pyrotechnik und Platzverweise

Die Versammlungen seien weitgehend friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagabend. Bei der Gegenkundgebung aus der Dresdner Neustadt wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Zudem werden laut Polizei zwei Reden, die bei der Pegida-Versammlung gehalten wurden, von der Staatsanwaltschaft auf eine strafrechtliche Relevanz überprüft.

Es wurden mehrere Platzverweise ausgesprochen sowie vereinzelte Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie Körperverletzungen geprüft. Pegida wird seit Mai vom Verfassungsschutz in Sachsen als "erwiesene extremistische Bestrebung" beobachtet. Bachmann gilt schon länger als Rechtsextremist.

(APA/dpa)