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IWF-Prognose

Nach Taliban-Übernahme: Afghanistans Wirtschaft bricht 2021 ein

APA/AFP/WAKIL KOHSAR
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Nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban schrumpft die afghanische Wirtschaft laut Schätzungen des IWF heuer um 30 Prozent.

Die afghanische Wirtschaft schrumpft heuer nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds um bis zu 30 Prozent. Dies dürfte die Flüchtlingskrise nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban weiter anheizen, die sich auf die Nachbarländer, die Türkei und Europa auswirken werde, erklärte der IWF am Dienstag in einem aktualisierten Wirtschaftsausblick für die Region.

Da nach der Machtübernahme der Extremisten im August die nicht-humanitäre Hilfe gestoppt und ausländische Vermögenswerte weitgehend eingefroren worden seien, sei die auf Hilfe angewiesene afghanische Wirtschaft mit einer schweren Haushalts- und Zahlungsbilanzkrise konfrontiert. "Der daraus resultierende Rückgang des Lebensstandards droht Millionen Menschen in die Armut zu treiben und könnte zu einer humanitären Krise führen."

IWF: Internationale Unterstützung notwendig

Die Krise in Afghanistan habe voraussichtlich erhebliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Auswirkungen auf die Region und darüber hinaus. Dies dürfte auch die Zahl der afghanischen Flüchtlinge steigen lassen, erklärte der Fonds, ohne jedoch eine Schätzungen über konkrete Zahlen zu geben. "Ein großer Zustrom von Flüchtlingen könnte die öffentlichen Ressourcen in den Aufnahmeländern belasten, den Druck auf den Arbeitsmarkt erhöhen und zu sozialen Spannungen führen." Dies unterstreiche die Notwendigkeit einer Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.

Der IWF legte eine Modellrechnung zur Folge für Anrainerländer vor, sollten eine Million weitere Afghanen aus ihrem Heimatland fliehen und sich in anderen Ländern - nach einer ähnlichen Verteilung wie zuletzt - niederlassen. Dies würde sich in Tadschikistan zu jährlichen Kosten für die Aufnahme der Flüchtlinge von 100 Millionen Dollar bzw. 86 Mio. Euro (1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) belaufen, im Iran auf etwa 300 Mio. Dollar (0,03 Prozent des BIP) und in Pakistan auf mehr als 500 Mio. Dollar (0,2 Prozent des BIP).

Die wirtschaftlichen Probleme Afghanistans könnten auch den Handel mit seinen Nachbarn belasten und sich dort negativ auswirken, erklärte der IWF. "Exporte nach Afghanistan sind für den Iran, Pakistan, Turkmenistan und Usbekistan von makroökonomischer und sozialer Bedeutung."

(APA)