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Deutschland

Ex-Bundeswehrsoldaten wegen Terrorverdachts festgenommen

Deutsche Fallschirmjäger mit Maschinengranatwerfer (Symbolbild).Bundeswehr/Markus Mader
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Die Bundesanwaltschaft wirft zwei Männern vor, sie hätten eine Söldnertruppe gründen wollen, um damit auf der Seite Saudiarabiens gegen gute Bezahlung in den Bürgerkrieg im Jemen einzugreifen.

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat zwei ehemalige Soldaten der Bundeswehr wegen des Verdachts festnehmen lassen, dass sie eine terroristische Vereinigung gründen wollten. Die Männer hätten seit Jahresbeginn geplant, eine 100 bis 150 Mann starke Söldnertruppe unter ihrem Kommando zu bilden, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Damit hätten sie in den Bürgerkrieg im Jemen eingreifen wollen.

„Primäre Triebfeder war bei den Beschuldigten die Aussicht auf einen angestrebten monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro für jedes Mitglied der Einheit", hieß es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Die Männer hofften demnach darauf, dass „Dritte, vorzugsweise Saudiarabien", für die Finanzierung sorgen würden. Einer von ihnen habe „hartnäckig" versucht, für diese Zwecke mit der saudischen Regierung Kontakt aufzunehmen, jedoch ohne Erfolg.

Frühere Fallschirmjäger

Die Männer namens Arend-Adolf G. und Achim A., früher bei den Fallschirmjägern, hätten vorgehabt, mit ihrer Truppe das Bürgerkriegsgebiet zu „befrieden" und Friedensverhandlungen zwischen den jemenitischen Houthi-Rebellen und der von Saudiarabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Regierung zu erzwingen, führte die Behörde weiter aus. Den beiden sei bewusst gewesen, dass dabei auch "Tötungshandlungen" ausgeführt werden müssten.

Über den Einsatz im Jemen hinaus sollen die Männer geplant haben, ihre Söldnertruppe weiter als privates Militärunternehmen für Einsätze in anderen Konflikten zu betreiben. Bisher sei bei mindestens sieben Personen angefragt worden, ob sie sich rekrutieren ließen, allesamt frühere Angehörige der Armee oder von Polizeieinheiten.

Festnahmen in Bayern und Baden-Württemberg

G. und A. wurden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Baden-Württemberg) bzw. in München durch Spezialkräfte der Bundespolizei festgenommen. Zudem sind in Baden-Württemberg und Bayern in dem Zusammenhang Räumlichkeiten von vier weiteren Personen durchsucht worden.

Nach „Spiegel"-Informationen brachte ein Hinweis des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) die Ermittler auf die Spur. Der Militärgeheimdienst habe Tipps erhalten, wonach ehemalige Soldaten am Aufbau einer Söldnertruppe für Saudiarabien arbeiteten. Ein solcher Ex-Soldat habe danach den MAD kontaktiert.

Umstrittene Sicherheitsfirma Asgaard

Die beiden Beschuldigten sollen laut „Spiegel" nach ihrer aktiven Zeit bei der Fallschirmjägertruppe für die umstrittene deutsche Sicherheitsfirma Asgaard aktiv gewesen sein - Arend-Adolf G. sogar zeitweise als Geschäftsführer. Die Firma mit Sitz in (zuletzt) Nordrhein-Westfalen wird seit Jahren von den Behörden beobachtet, weil sie quasi naturgemäß auch um frühere Angehörige von Spezialeinheiten der Bundeswehr und der Polizei wirbt.

Asgaard, spezialisiert etwa auf Personen- und Objektschutz, war unter anderem in Somalia und im Irak aktiv, wobei es Probleme mit dem deutschen Recht gab (verbotene Tätigkeit in fremden Streitkräften) und Berichte über Unterschlagung von Geldern. Zudem gab es Berichte über rechtsextreme Umtriebe im Unternehmen.

Asgaard-Werbung auf TwitterAsgaard/Twitter

(APA/DPA/red.)