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Leitartikel

Hohe Inflation und hohe Schulden? Ändern wir doch einfach die Regeln

Europaeische Zentralbank
Die EZB in Frankfurt beruhigt bezüglich der Inflation. Ob sie damit Recht hat, wird sich weisen.dpa/Arne Dedert
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Die Idee einiger Euroländer, die Schuldengrenzen abzuschaffen, könnte den ohnehin bestehenden Inflationserwartungen einen weiteren Schub geben.

Die Inflation ist auf einem Zehnjahreshoch. Das mag für viele gar nicht so schlimm klingen. Schließlich ist 2011 gefühlt nicht allzu lang her. Das täuscht jedoch über die gesamtheitliche Entwicklung, wie ein Blick über die Grenzen zeigt. So stiegen in Deutschland die Großhandelspreise – ein Inflation-Frühindikator – zuletzt so stark wie seit 1974 nicht mehr. Rund die Hälfte der Bevölkerung war damals noch nicht einmal geboren.

Die hohe Inflation ist also definitiv da. Die große Frage ist jedoch: Wie lang wird sie bleiben? Die EZB beruhigt. Es handle sich vor allem um temporäre Basiseffekte. Da die Preise im Vorjahr aufgrund der Coronakrise stark gefallen sind, führe die abrupte Erholung nun eben zu einem kräftigen Anstieg. Hinzu kämen anhaltende Probleme in den Lieferketten. Spätestens im kommenden Frühjahr werde sich das Problem von selbst erledigen.

Es ist zu hoffen, dass die Zentralbanker recht haben. Denn natürlich ist der Basiseffekt für den derzeitigen Anstieg der Inflation entscheidend. Und allein schon aus arithmetischen Gründen muss sich dieser deutlich abschwächen, sobald sich der Ausbruch der Coronakrise zum zweiten Mal jährt. Dennoch gibt es durchaus eine Reihe von anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die Inflation noch länger höher bleibt, als uns lieb ist.