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Oberes Belvedere

Hier weht Dürers Geist durch alle Dinge

Urban Görtschachers "Susannenlegende", um 1520: Er signierte nicht nur, er hatte auch ein Markenzeichen, den Blütenzweig am Boden, eine Wegwarte.(c) Belvedere Wien, Foto: Johannes Stoll
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Zum 550. Geburtstag Albrecht Dürers zeigt man in der schönen Ausstellung „Dürerzeit“ seinen Einfluss auf die Kunst Österreichs zwischen Gotik und Renaissance.

Den Kopf mit dem langen Haar tief in den Nacken zurückgeworfen, den Körper fast hysterisch überdehnt, die knochigen Finger zur expressiven Geste verkrampft – ob Egon Schiele diesen Tänzer der Morisca, einem im 15./16. Jahrhundert beliebten maurischen Modetanz, kannte?
Nicht aus Wien zumindest, nicht aus dem Belvedere, wo das spätgotische Relief zurzeit auf selber Ebene, also auf Augenhöhe mit Schiele im anderen Schlossflügel, hängt. Es stammt ursprünglich vom Goldenen Dachl (um 1496/1500) und wurde für die Sonderausstellung „Dürerzeit“ vom Stadtarchiv Innsbruck ausgeliehen. Ein schöner, großer Wurf mit 120 Objekten, vielen Leihgaben, unterfüttert mit neuester Forschung und frisch Restauriertem – so soll es sein. Der Mittelalter-Kurator des Hauses, Björn Blauensteiner, hatte auch allen Grund, sich ins Zeug zu legen – so prominent wurde eine Ausstellung aus diesem Sammlungsgebiet der ehemaligen „Österreichischen Galerie“ noch nie präsentiert.