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Wiener Innenstadt

Meinl am Graben eröffnet verkleinert - und mit Logo ohne Mohr

DER MEINL AM GRABEN SPERRT WIEDER AUF - MIT NEUEM LOGO
Auch das Logo des Meinl am Graben und seiner Eigenmarken wurde modernisiert. [ APA]APA/GERALD MACKINGER
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Nach dem Umbau eröffnet am Freitag der Meinl am Graben: Kleiner, verjüngt, ohne Restaurant und Weinbar. Das neue Logo verzichtet auf den umstrittenen Mohrenkopf.

Von außen fällt es am meisten auf. Der Meinl am Graben, der am Freitag nach fünf Monaten Umbau wieder eröffnet, hat einen neuen Eingang – und wirkt dadurch auch gleich kleiner. Nun betritt man das Delikatessen-Geschäft nicht mehr über das Eckhaus zur Naglergasse mit der Hausnummer 20, sondern links davon (Am Graben 19).
Überhaupt wurde nicht nur renoviert, sondern auch verkleinert. Während sich das Geschäft früher inklusive Restaurant und Weinbar über zwei Häuser erstreckte, konzentriert man sich heute auf besagte Nummer 19. Meinl ist hier nur Mieter, die Immobilie gehört der Signa. Der Mietvertrag mit den Flächen auf Nummer 20 wurde aufgelöst (das Haus gehört Wüstenrot). Der Gerüchteküche nach soll hier bald eine internationale Luxusmode-Kette einziehen, die Rede ist von Louis Vuitton.

Aber zurück in den Meinl, der am Donnerstag zu einer kleinen Presse-Führung durch das fast fertige Geschäft geladen hat. „Kein Stein ist auf dem anderen geblieben“, sagt Herbert Vlasaty, Vorstand der Julius Meinl AG. Das Geschäft sei nun technisch, ökologisch und architektonisch auf dem neuesten Stand. Stilistisch sei man dem alten Meinl treu geblieben.

Logo: Fes ohne Mohrenkopf

Neu ist jedenfalls das Logo. Das alte Logo aus 1924 mit dem oft kritisierten Mohrenkopf sei nicht mehr zeitgemäß. „Heute herrscht Konsens darüber, dass Menschen nicht typisiert gezeigt werden“, sagt Vlasaty. Deshalb zeigt das neue Logo nur die traditionelle Fes-Kopfbedeckung, auf petrolfarbenem Hintergrund statt dem charakteristischen Rot. „House of Julius Meinl“ steht nun darauf geschrieben. Allerdings handelt es sich bei dem neuen Logo nur um jenes für den Meinl am Graben und dessen Eigenmarken. Die Julius Meinl Produkte, die zu einem anderen Unternehmen gehören und die es auch in anderen Supermärkten gibt, sind nicht umfasst.
Da es das Restaurant und die Weinbar nicht mehr gibt, wurde die Verkaufsfläche „nur“ um 300 auf insgesamt 1600 Quadratmeter verkleinert. Dank neuer Warenpräsentation wurde das Sortiment selbst aber nicht verkleinert. „Wir führen derzeit rund 17.000 Artikel, in zwei, drei Wochen erreichen wir den Höchststand von 18.000 Artikeln“, sagt Udo Kaubek, Geschäftsführer der Julius Meinl am Graben GmbH. Zu verdanken sei das unter anderem den rund hundert verschiedenen Adventkalendern und ebenso vielen Panettoni.

Wendeltreppe statt Holzstiege

Der neue Meinl am Graben
Der neue Meinl am Graben(c) Julius Meinl am Graben GmbH/APA-

Am auffälligsten ist die neue Stiege im Geschäft. Die alte Holzstiege wurde durch eine moderne, großzügige Wendeltreppe ersetzt (die Aufzüge gibt es nach wie vor). Und auch die Verteilung der Verkaufsflächen ist anders. Im Erdgeschoß ist die Fischabteilung untergebracht, Wein wird nun im Obergeschoß verkauft. Dort ist zwischen Käsetheke und Brot- und Patisserie-Abteilung auch Platz für etwaige Verkostungen (wie dem traditionellen Heringsschmaus). Geblieben ist die Cafébar im Erdgeschoß.

Bei der Renovierung wurden viele Materialien wie etwa der Marmor bei der neuen Fleischtheke wiederverwendet. Das sei zwar nicht immer günstiger, es war ihm aber im Sinne der Nachhaltigkeit ein Anliegen, erklärt Vlasaty. Die für den Umbau veranschlagte Summe von sieben Millionen Euro habe man übrigens eingehalten.

Für den ebenfalls anwesenden Stadtrat Peter Hanke ist der Meinl das „kulinarische Wahrzeichen Wiens“. Das Geschäft sei wichtig für den Wirtschaftsstandort und trage – besonders an diesem Standort – zur Differenzierung bei.

Der neue Meinl am Graben
Der neue Meinl am Graben(c) Julius Meinl am Graben GmbH/APA-