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Deutscher Komponist Udo Zimmermann gestorben

Udo Zimmermann 2009 in seiner Wohnung in Dresden.
Udo Zimmermann 2009 in seiner Wohnung in Dresden.(c) imago/momentphoto/Robert Michael (imago stock&people)
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Er war Intendant der Oper Leipzig, dirigierte auch die Wiener Philharmoniker und Wiener Symphonike. Zuletzt konnte Zimmermann Musik nur noch hören.

Udo Zimmermann, einer der führenden zeitgenössischen Komponisten Europas, ist tot. Er starb in der Nacht auf Freitag 78-jährig in Dresden, wie seine Witwe der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Der Künstler litt seit Jahren an einer seltenen neurodegenerativen Erkrankung. Sie hatte seine Leidenschaft Komponieren eingeschränkt, bis er aufgeben musste. Zuletzt konnte der Maestro, der stets auch für eine auskömmliche Ausstattung der Kultur stritt, Musik nur noch hören.

Zimmermann wurde am 6. Oktober 1943 in Dresden geboren, sang als
Kruzianer im berühmten Dresdner Kreuzchor. Er studierte in seiner
Heimatstadt Komposition und Gesang, war später Assistent bei dem
Berliner Regie-Meister Walter Felsenstein. 1970 wurde er Dramaturg
an der Dresdner Staatsoper, 1974 gründete er das "Studio Neue
Musik", aus dem 1986 das Zentrum für zeitgenössische Musik
hervorging.

Von 1990 bis 2001 war Zimmermann Intendant der Oper Leipzig, die
unter ihm zum Uraufführungstheater und mehrfach ausgezeichnet wurde.
1997 bis 2011 verantwortete der Künstler zudem die Reihe musica viva
beim Bayerischen Rundfunk, wo er zahlreiche zeitgenössische Werke
zur Uraufführung brachte. Er komponierte fünf Opern, Vokalsinfonik
und Werke für Kammerensemble, dirigierte namhafte Orchester wie die
Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker oder die Staatskapelle
Dresden.

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus
wurde Zimmermanns Oper "Die Weiße Rose" im Jahr 1999 als Produktion
der Wiener Staatsoper im Reichsratssitzungssaal des Österreichischen
Parlaments aufgeführt.

(APA/dpa)