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Naturschutz

Schönbrunn und die grüne Rückeroberung

Statt gestutzten Rasens wächst vor der Gloriette nun eine wilde Blumenwiese, die Tiere anlocken soll. Und hinter einem Tor, zu dem nur wenige den Schlüssel haben, liegt ein 20 Hektar großer Garten – der allein dem Ökosystem gehört. Ein Rundgang.

Wien. Vielleicht ist es jenen, die heuer zur Gloriette hinaufspaziert sind, bereits aufgefallen: Wo bis vor Kurzem noch penibel gestutzter Rasen war, wuchern nun Pflanzen.

Die Mähroboter, die zuvor Tag und Nacht über die vier Hektar große Fläche gefahren sind, sind verschwunden. Dafür wachsen auf dem Hang vor der Gloriette Schafgarbe, Herbstzeitlose und sogar Wildsalbei. „Der Wildsalbei ist ein besonderes Zeichen für Vielfalt, sein Vorkommen geht in ganz Europa zurück“, sagt Biologin Katrin Völk, der passenderweise auch gleich eine Hummel um die Ohren fliegt.

Völk ist Bundesgarten-Chefin und leitet die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Schönbrunn (zuvor war sie übrigens Vizekabinettschefin von ÖVP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger). Sie initiierte, dass dort seit Anfang des Jahres eine wilde Blumenwiese wachsen darf. Höchsten dreimal pro Jahr wird noch gemäht, der Rest der Natur überlassen. „Beim Thema Biodiversität können schon kleine Maßnahmen viel bewirken. Und wir haben schließlich die Möglichkeit dazu“, so Völk.