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Europa League

Eine Abwehr Mourinhos zerbröckelt: Die Fußballschmach der AS Roma

Reuters
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José Mourinho schimpfte nach 1:6 über seine Spieler.

Rom. Der Name José Mourinho steht für gepflegten Defensivfußball, bei seinen Trainerstationen, und das waren inzwischen viele, formte er die Abwehr stets zum Prunkstück. Dass er nach über 1000 Spielen nun mit der AS Roma in der Europa League erstmals sechs Gegentore hinnehmen musste, dürfte den 58-Jährigen schon schmerzen, dass dafür mit dem norwegischen Meister FK Bodø/Glimt noch dazu ein krasser Außenseiter verantwortlich war, macht die Blamage komplett. „Die Roma sieht im Nordmeer ihre Teamwürde versinken“, schrieb die Zeitung „La Repubblica“.

Mourinho nahm zunächst die Schuld auf sich, hatte er die Startaufstellung seines Teams doch maßgeblich verändert. „Ich habe entschieden, mit dieser Aufstellung zu spielen, also liegt die Verantwortung bei mir“, erklärte „The Special One“. Er habe es mit „guten Absichten“ getan und wollte jenen eine Chance geben, die hart arbeiteten, und denen eine Pause geben, die „praktisch immer spielen“, sagte er.

Doch es wäre nicht Mourinho, wenn nicht kurz darauf doch noch eine Schuldzuweisung folgte. So verwies er auf einen „limitierten Kader“. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir eine Mannschaft mit echten Einschränkungen sind. Wir haben 13 Spieler, die ein Team repräsentieren, die anderen sind auf einem anderen Niveau“, monierte der Trainer und dürfte damit nicht wenige seiner Reservisten vor den Kopf stoßen. Zudem bringt es allein Stürmer Borja Mayoral mit einem Marktwert von 14 Millionen Euro auf genauso viel wie der gesamte Kader von Bodø/Glimt (AS Roma fast 430 Mio. Euro).

Von einem „Albtraum“ für die Römer schrieb deshalb auch der „Corriere dello Sport“. Mittelfeldspieler Lorenzo Pellegrini versuchte, nach vorn zu schauen: Man könne nur um Entschuldigung bitten und mit Blick auf die Partie gegen Serie-A-Spitzenreiter Napoli am Sonntag stärker auftreten. „Wir haben heute eine Schlappe erhalten, die wir verdient haben.“ (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2021)