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Rapid

Lebenszeichen aus Hütteldorf

Bei Rapid hing der Haussegen nach dem Sieg in der Europa League wieder gerade. 22.300 Zuschauer erlebten ein spannendes Spiel.
Bei Rapid hing der Haussegen nach dem Sieg in der Europa League wieder gerade. 22.300 Zuschauer erlebten ein spannendes Spiel.Reuters
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Das 2:1 gegen Dinamo Zagreb soll neue Energien bei Grün-Weiß freisetzen, hofft Trainer Kühbauer. Beweisen lässt sich das nur mit Siegen im Alltag, in der Liga und im Cup.

Wien. Siege sind immer ein Erfolgserlebnis, doch dieses 2:1 gegen Dinamo Zagreb in der Europa League bescherte Rapid ein lang, sogar sehr dringend benötigtes. Der kroatische Serienmeister „ist nicht irgendjemand“, posaunte SCR-Trainer Didi Kühbauer also nach Abpfiff sofort hinaus, und man kann seinen Aufwind nachvollziehen nach Wochen anhaltender Kritik, vollkommen berechtigter Zweifel an seiner Aufstellung und teilweise flapsiger Ausflüchte nach bitteren Niederlagen. Ob die „schweren Zeiten“, die man durchlitten hat, nun endgültig vorbei sind? Eher nicht. Zumindest ist es ein wichtiger Augenblick der Einhalt.

Mit einem Sieg und den ersten Toren jedoch scheint der Ausblick auf Europa wieder heller: Die Wiener zogen nach Punkten mit dem Zweiten, Zagreb, und Neo-Schlusslicht Genk (0:3 gegen West Ham) gleich. Es kündigt sich ein Kampf um den zweiten Aufstiegsrang sowie Platz drei, der zum Weiterspielen in der Conference League und dem „Überwintern im Europacup“ berechtigt, an.

Fangfrage: Die Rapid-Fans

Am 4. November geht es in Zagreb weiter. Womöglich ohne Fans, denn die Uefa brummte Grün-Weiß für das Fehlverhalten in London eine Geldstrafe von 60.000 Euro und ein Auswärtsspiel ohne Anhang auf. Die vom Verein organisierten Tagesfahrten sind längst ausverkauft.

Das Thema Fans und „wahre Klubtreue“ sollte man in Hütteldorf auch genauer betrachten. Weil die Stadt Wien nicht nur bei Veranstaltungen weiter auf das 2-G-Prinzip setzt, lässt die organisierte Fan-Szene Rapid tatsächlich im Stich. Kein Transparent, keine restlos sinnbefreit-plumpen Botschaften oder Choräle: Fußball kann auch so in Hütteldorf ein Erlebnis sein. Nur, stößt keinem vom „Block West“ auf, dass Zagrebs Anhänger (Bad Blue Boys) die Bühne in ihrem Stadion bestimmten? Man bestraft den eigenen Verein, weil die Stadt eine Regel erlässt?

Marco Grüll als treibende Kraft

Überraschen soll ohnehin besser die Mannschaft. Agiles, mit Ideen und guten Pässen (Arase) gespicktes Spiel. Überzeugung, Ansatz, dazu das Hoch, verkörpert durch Marco Grüll – der 22-Jährige erzielte das Führungstor und war Rapids treibende Kraft – und Selbstüberwindung (Hofmann traf zum 2:1, erlitt einen Nasenbeinbruch), das hätte man Rapid in dieser Saison eigentlich schon nicht mehr zugetraut. Zumindest in der ersten Hälfte gelang das, was Fans und Trainer sehen wollten. Damit darf man in Hütteldorf bis Sonntag träumen.

Trotzdem: Zwischen Abenteuer in Europa und Alltag in der Bundesliga liegen weiterhin Welten. Mit sieben Punkten aus den jüngsten drei Pflichtspielen zeigt die Formkurve in Hütteldorf jedenfalls nach oben. Wiederholen sich fortan unnötige Punktverluste wie in Klagenfurt (1:1) nicht mehr, kann viel gelingen. Die Problemstelle bleibt jedoch Rapids Angriff. Kara braucht zu viele Chancen, um einmal zu treffen. Und Fountas ist meilenweit von seiner Bestform entfernt. Warum?

Am Sonntag wartet auf Rapid der Vergleich mit Hartberg, danach das Cup-Achtelfinale in Amstetten, beide Spiele müssen gewonnen werden, um neuen Unfrieden auszuschließen. Das weiß auch Kühbauer nur allzu gut. Er sei „kein Vergangenheitstyp“. Nur der Erfolg von morgen zählt. (md)

Bundesliga 11. Runde

SP S U N TORE P
1. Salzburg1110102131
2. Sturm Graz117221423
3. WAC11434-415
4. Klagenfurt11353-114
5. Ried11344-913
6. Hartberg11344113

7. Admira11344013
8. Rapid11335012
9. Austria11263012
10. Lask11245-510
11. Altach11245-810
12. WSG Tirol11164-99

Samstag: Austria – Ried, Admira – WSG Tirol, WAC – Klagenfurt (je 17 Uhr, live, Sky).



Sonntag: Hartberg – Rapid, Lask – Altach (je 14.30), Salzburg – Sturm Graz (17 Uhr, live, Sky).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2021)