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Leitartikel

Wenn impfunwillige Bürger auf eine lernunwillige Regierung treffen

Bereits im Frühsommer wurde suggeriert, die Pandemie sei mehr oder weniger vorbei – mit fatalen Folgen für den Impffortschritt in Österreich.Die Presse/Clemens Fabry
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Mit der Androhung eines Lockdowns für Ungeimpfte fügen die politisch Verantwortlichen ihrer gescheiterten Krisenkommunikation eine weitere Episode hinzu.

Sie reiht sich ein in eine verhängnisvolle Serie unglücklicher, leichtfertiger und sogar fahrlässiger Vorstöße, die Österreich eine im Europavergleich unterdurchschnittliche Impfquote beschert haben und die Zahl der Infektionen sowie Intensivpatienten wieder steigen lassen. Gesundheitsminister Wolfgang Mücksteins jüngste Antwort auf Armin Wolfs Frage in der „ZiB 2“, ob ein bundesweiter Lockdown im Herbst denkbar sei: „Einschränkungen für Geimpfte wird es aus heutiger Sicht nicht geben, weil wir nicht damit rechnen können, dass sie einen epidemiologischen Effekt haben.“

Anstatt so etwas zu sagen wie: „Weitere Einschränkungen für Geimpfte wären keine angemessene Reaktion auf das von ihnen ausgehende Infektionsrisiko“ suggeriert er, dass Geimpfte bei der Ausbreitung des Virus keine Rolle spielen. Was höchstens die halbe Wahrheit ist. Zwar erkranken Geimpfte selten schwer, aber auch sie können sich infizieren und andere anstecken, nur in deutlich geringerem Ausmaß.