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Morgenglosse

Mückstein, Rendi-Wagner und das klägliche Werben um Dominic Thiem

TENNIS - Dominic Thiem Round Table
Im Mittelpunkt der Diskussion: Dominic Thiem.GEPA pictures
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Es ist eine absurde Polit-Debatte, die dieser Tage rund um Tennisprofi und Impf-Zögerer Dominic Thiem geführt wird.

Weil Dominic Thiem zu jenem beträchtlichen Teil der Bevölkerung zählt, der gegenwärtig nicht geimpft ist, fühlte sich Gesundsheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) nach einer dementsprechenden Frage auf Puls 24 dazu veranlasst, den 28-Jährigen zur Impfung aufzufordern.

Am Folgetag überschlugen sich die skurrilen Ereignisse regelrecht. Zunächst lud SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagnerauf Twitter den derzeit rekonvaleszenten Thiem zu einem Impfgespräch ein, wenig später folgte Mücksteins Konter. Er, Mückstein, habe doch schon Donnerstagfrüh einen Brief geschrieben und dem Niederösterreicher ein persönliches Gespräch angeboten, um etwaige Impf-Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen.

Dass eine Person des öffentlichen Interesses, in diesem Fall eben ein Tennisstar, zum Spielball der Corona-Politik wird, ist armselig. Denn weder Mückstein noch Rendi-Wagner werden Dominic Thiem mit ihren fordernden An- und Aussagen dazu bewegen, sich impfen zu lassen. Schon gar nicht, wenn er mit seinem Namen als einer der Nicht-Geimpften vor ganz Österreich an den Pranger gestellt wird, so gerne es sich Politiker und Parteien auch an die Fahnen heften würden, den zögerlichen Thiem überzeugt zu haben.

Dominic Thiem, das erfuhr die „Presse“ aus seinem Umfeld, wird sich zeitnah impfen lassen. Nicht, weil er in diesem Fall verzichtbaren politischen Aufrufen folgt, sondern um Anfang 2022 an den Australian Open teilnehmen zu können. Denn in Melbourne sind nur geimpfte Spieler zugelassen.