DFB-Pokal: "Verhinderter Matchwinner" Prödl sauer

Hier soll Proedl gefoult haben
Hier soll Proedl gefoult haben(c) REUTERS (Michael Dalder)
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Dass sein Treffer gegen den FC Bayern aberkannt wurde, ärgerte den Steirer maßlos: "Das war nie im Leben ein Foul", schimpfte er. Auch Bayern-Coach Van Gaal fand Prödls Kopfballtor regulär.

Die beiden Bremer Sebastian Prödl und Marko Arnautovic spielten im deutschen Pokalhit gegen Double-Gewinner FC Bayern tragende und tragische Rollen. Das "Ösi-Duo" wurde beim 1:2 in der Münchner Allianz-Arena vor 64.000 Zuschauern zu "verhinderten Matchwinnern". Vor allem ärgerten sich die Hanseaten über das aberkannte Tor von Prödl nach einer Stunde. Es wäre das 2:1 gewesen.

"Ich brauche mir die Szene gar nicht in der TV-Wiederholung anzuschauen, es war nie im Leben ein Foul, sondern eine klare Fehlentscheidung", schimpfte der Innenverteidiger nach dem Schlusspfiff. Der Steirer hatte sich nach einem Eckball und Fehler von FCB-Keeper Jörg Butt im Kopfballduell gegen Badstuber durchgesetzt und aus kurzer Distanz eingeköpft. Schiedsrichter Michael Weiner entschied zum Entsetzen der Werder-Fans, dass Prödl sich aufgestützt hatte.

"Wenn man so etwas pfeift, brauchen wir nicht mehr Fußball zu spielen. Diese Niederlage tut wirklich weh", meinte Werders Sportdirektor Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf versuchte sich zu beherrschen und murmelte: "Die entsprechenden Leute sollen sich darüber Gedanken machen." Kapitän Torsten Frings sagte: "Es ist wirklich ärgerlich, wenn der Schiedsrichter ein klares Tor nicht gibt, und damit Einfluss auf das Spiel nimmt."

Van Gaal: "Denke, dass es ein Tor von Prödl war"

Selbst Bayern-Trainer Louis van Gaal, der mit den Münchnern noch kein Pokal-Spiel verloren hat, sah kein Vergehen. "Es ist gut, dass Fifa-Präsident Sepp Blatter keine Hilfsmittel zulässt, denn ich denke, dass es ein Tor von Prödl war", gab der Niederländer zu.

Er sprach auch von einem "sehr glücklichen Sieg" seiner seit 1991 in 24 Cup-Heimspielen ungeschlagene Elf. "Ich finde es fantastisch. Wir haben so viele Verletzte, es ist Wahnsinn eigentlich", sagte Van Gaal. Diese hatte vor allem in den 20 Minuten nach der Pause jede Menge Glück. Nach Prödls annulliertem Treffer stand Arnautovic im Mittelpunkt. Der Wiener, der nach 90 Sekunden das 1:0 durch Pizarro mustergültig vorbereitet hatte, fand innerhalb von fünf Minuten drei Chancen vor. Zuerst scheiterte er nach toller Prödl-Vorlage (64.) an Butt, dann knallte er einen Freistoß (65.) aus über 25 Matern an die Latte und schließlich setzte er einen Flachschuss (69.) knapp am langen Eck vorbei.

"Wir hatten es selbst in der Hand, aber wir müssen mit den Chancen besser umgehen, Tore machen und gewinnen", resümierte Prödl, der in der Anfangsphase eine Riesenchance per Kopf zur 2:0-Führung vergeben hatte. Unmittelbar danach staubte Bastian Schweinsteiger zum 1:1 ab. Nicht Prödl oder Arnautovic, sondern der Mittelfeldspieler avancierte letztlich zum Matchwinner. Er versenkte in der 74. Minute den Ball aus 30 Metern im Tor.

"Wir haben uns heute selbst geschlagen. Wir hatten fünf klare Chancen in der zweiten Hälfte. Wenn man die nicht nutzt, kann man so ein Spiel nicht gewinnen. Wir sind bitter dafür bestraft worden", bilanzierte Schaaf. Der SV Werder stand zuletzt zweimal in Serie im Endspiel. "Wir sind sehr traurig, dass wir diesmal nicht in Berlin dabei sind", gestand Claudio Pizarro nach dem K.o. in der zweiten Runde.

61-Meter-Tor in Koblenz

Das Tor des Abends fiel in Koblenz, wo Michael Stahl beim 2:1-Sieg gegen Hertha BSC (ohne Djuricin und Beichler) aus der eigenen Hälfte mit einem 61-Meter-Schuss nach einer Stunde zum 1:0 traf. Der Mittelfeldmann, der vor einiger Zeit noch in der Bezirksliga tätig gewesen war, leitete damit die erste Saison-Niederlage des Zweitliga-Spitzenreiters aus Berlin ein. "Der Trainer sagt mir immer, wenn ich ich nicht weiß wohin mit dem Ball, hau einfach drauf", sagte Stahl vom Drittliga-Zehnten.

Von den Österreicher-Vereinen schafften am Dienstag neben Bayern auch noch der 1. FC Kaiserslautern (Walch bis 62. Minute, Hoffer auf Bank) gegen Arminia Bielefeld (3:0) und Energie Cottbus (ohne Obernosterer) gegen SC Freiburg (2:1) den Aufstieg ins Achtelfinale. FSV Frankfurt (Langer auf der Bank) schied durch ein 0:1 gegen Vizemeister FC Schalke aus.

(APA/Red.)

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