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Mitreden am Weltspartag: Wie legen Sie Ihr Geld an?

Das Sparbuch ist in Österreich noch immer beliebt. Doch so verliert das Ersparte durch Niedrigstzinsen stetig an Wert. Diskutieren Sie mit: Wie ist es um die Ersparnisse der Österreicher bestellt? Und: Welche Anlagestrategie haben Sie?

Am 31. Oktober ist nicht nur Halloween, sondern auch Weltspartag. Und gruselig hören sich wohl auch die geldpolitischen Nachrichten in den Ohren von so manchem Sparer an: Die Zinsen sind nach wie vor extrem niedrig, während es mit der Inflationsrate - angetrieben vor allem von den Energiepreisen - stark nach oben geht. Wirtschaftskolumnist Josef Urschitz fasst die Einschätzung einiger Experten in einem Leitartikel so zusammen: „Steht die EZB vor der Wahl, ob sie die Staatsfinanzen oder die Vermögen der Bürger rettet, wird sie sich wohl für Ersteres entscheiden. Beruhigende Aussichten sind das nicht.“ 

Ob die Inflation gekommen ist, um zu bleiben, wird sich noch zeigen. Querschreiber Christian Ortner hat sich dazu jedenfalls schon seine Meinung gebildet: „Die Behauptung, die Inflation werde von selbst wieder verschwinden, ist pure Propaganda und Vernebelungstaktik, um deren Opfer einzulullen.“ Die Bürger würden jetzt vielmehr beginnen, „den Preis für die staatlich organisierte Geldfälschung zu entrichten“. Die Folgen der lockeren Geldpolitik sind laut Ortner gravierend: „Wenn auch nur die jetzige Inflationsrate von über drei Prozent drei Jahre anhält, sind die Sparer ein Zehntel ihres Besitzes los, und zwar unwiederbringlich. Die zehn Prozent werden halt nicht auf einmal kassiert, sondern in drei Jahresraten."

Ökonom Hanno Lorenz von der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria lenkt in einem Gastkommentar den Blick auf das Anlageverhalten der Österreicherinnen und Österreicher: „Gut ein Zehntel des Einkommens wird auf die Seite gelegt. Im Krisenjahr 2020 war es sogar noch etwas mehr. Das ist deutlich mehr als der Durchschnitt in den Euroländern.“ Angelegt werde allerdings weiterhin sehr konservativ, nur 16 Prozent sind in Aktien, Anleihen und Fonds veranlagt: „Aktien zu kaufen gilt hierzulande als riskanter als der Gang ins Casino. Das hat auch sehr viel mit dem fehlenden Finanzwissen der Bevölkerung zu tun."

Dass Aktien nichts für jedermann sind, meint unterdessen Ex-Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny im Interview mit „Presse"-Finanzexpertin Nicole Stern. So gebe es zum einen „Sparen als Sicherheitspolster" und nicht nur „Sparen als Teil des Vermögensaufbaus". Zudem gibt Nowotny zu bedenken: „Wir hatten bereits Phasen, in denen die Begeisterung für die Börsen groß war, dann folgte ein Zusammenbruch, und die Reputation war auf zehn Jahre verloren. Wenn man einen Finanzmarkt als breite Basis haben will, muss er nicht nur stabil gesehen werden, er muss auch stabil sein“.

Nicole Stern war übrigens auch im „Presse"-Podcast zum Weltspartag zu Gast und diskutierte unter anderem mit David Freudenthaler über die Frage: „Hat das Sparbuch ausgedient?“ Mehr hören Sie hier.

(sk)

Diskutieren Sie mit am Weltspartag: Wie ist es um die Ersparnisse der Österreicher bestellt? Was sollte man in Zeiten wie diesen mit seinem Geld machen? Und: Welche Anlagestrategie haben Sie?