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Bundesliga

WAC besiegt Sturm, Rapid bezwingt Lask, WSG und Austria spielen Remis

SOCCER - BL, Sturm vs WAC
Die WAC-Kicker zeigten sich gegen Sturm in Torlaune.(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber)
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Der WAC schoss Sturm mit einem 3:0 in Graz tiefer in die Ergebniskrise. Rapids Kara wurde beim 3:2-Sieg zum Halloween-Schreck für den LASK und Wattens und die Wiener Austria trennten sich 1:1.

Der WAC hat den Abwärtstrend des SK Sturm mit einem 3:0-Sieg in Graz prolongiert. Ein Kunstschuss von Michael Liendl (16.), Dante (64./Eigentor) und Cheikhou Dieng (94.) machten am Sonntag in der 13. Runde der Fußball-Bundesligaden Unterschied. Die Grazer verloren als besseres Team ohne Abschlussqualitäten zum sechsten Mal in den jüngsten sieben Pflichtspielen. Der WAC rückte mit dem vierten Liga-Sieg in Serie bis auf zwei Punkte an die zweitplatzierten Steirer heran.

Sturm schoss vor 10.007 Zuschauern 19 Mal Richtung Tor, blieb aber zum ersten Mal seit April (0:1 WAC) in der Liga zuhause ohne Torerfolg und reist in einer mental herausfordernden Phase ins Baskenland, wo am Donnerstag das Europa-League-Gastspiel bei Real Sociedad ansteht. Der WAC, angetreten ohne Toptorschütze Tai Baribo (Muskelbeschwerden), kam mit zwei Schüssen aufs Tor zu drei Treffern.

Die Partie startete wie sie endete: Mit großen, jedoch brotlosen Offensivbemühungen der Grazer. Aus dem Nichts schlug es in der 16. Minute hinter dem chancenlosen Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl ein. Liendl nutzte Zeit und Raum für einen platzierten Kunstschuss aus 25 Metern ins lange Eck.

Die ersatzgeschwächten Grazer waren neu ohne Jusuf Gazibegovic (positiver Corona-Antigentest) angetreten und liefen zum sechsten Mal in den jüngsten sieben Partien einem 0:1-Rückstand hinterher. Dies mündete letztlich wie in allen Fällen zuvor in einer Niederlage, beeindruckte die Gastgeber zunächst aber nicht. Im Gegenteil: Sie machten Druck.

Wann immer es gefährlich wurde, hatte Jakob Jantscher seine Füße im Spiel: Zunächst umkurvte er nach Prass-Zuspiel WAC-Goalie Alexander Kofler, doch Verteidiger Dominik Baumgartner machte das Eck zu (17.). Dann verpasste Yeboah seinen Stanglpass (19.), ehe sich Jantscher gegen den möglichen Abschluss entschied und Anderson Niangbo einsetzte, der jedoch mit seinem Flachschuss an Kofler scheiterte (22.).

Die weiter spielbestimmende Elf von Christian Ilzer kam in der Folge immer weniger zu zwingenden Chancen, ehe früh zu völlig untauglichen Mitteln wie Weitschüssen aus 30 Metern gegriffen wurde. Zwar fand Sturm nach dem Seitenwechsel wieder zur spielerischen Linie zurück, doch der WAC konnte sich auf seine kontrollierte Spielanlage verlassen, die zuletzt drei Siege mit einem Torverhältnis von 4:1 eingebracht hatte.

Zudem hielt Kofler in einer Phase, in der die Partie zu kippen drohte, die drei Punkte gegen Gorenc-Stankovic (59./Kopfball) und Prass (60./Schuss) fest. Im Gegenzug bugsierte Dante eine Hereingabe von Dario Vizinger mit dem Standfuß ins eigene Tor (64.). Sturm probierte alles, traf aber das Tor nicht mehr. Im Gegenzug vollendete Dieng einen Konter nach Liendl-Zuspiel (94.).

Rapid verlässt Tabellenkeller

Der SK Rapid Wien hat den Sprung in die Top sechs der Fußball-Bundesliga geschafft. Die Grün-Weißen rangen am Sonntag in Wien Schlusslicht LASK mit 3:2 (1:1) nieder und sind damit gegen die Oberösterreicher nun schon seit neun Liga-Spielen unbesiegt. In einer hitzigen Partie vor 11.900 Zuschauern im Allianz Stadion war Ercan Kara am Halloween-Sonntag mit zwei Treffern der Matchwinner.

Thomas Goiginger brachte den LASK in der 17. Minute in Front, das war der Weckruf für eine bis dahin nicht ganz wach wirkende Rapid-Elf. Kara gelang noch vor dem Pausenpfiff in der 41. Minute der Ausgleich für stärker werdende Wiener. Der ÖFB-Teamstürmer war es auch, der sich in der Rapid-Viertelstunde (78. Minute) nach Freistoßflanke von Thorsten Schick hochschraubte und per Kopf zum 2:1 traf. Nach dem Freistoß-Tor von Marco Grüll (86.) glückte LASK-Verteidiger Felix Luckeneder drei Minuten später per Abstauber nur noch die Ergebniskorrektur. Dank der drei Zähler ist Rapid nun Tabellenfünfter, punktegleich mit dem Sechsten Austria. Der LASK liegt weiter am Tabellenende.

Die Gäste aus Oberösterreich bestimmten in der Anfangsphase das Spiel. Die erste Chance hatten die Besucher in der Eröffnungsminute zu notieren, der Schuss von Lukas Grgic zog rechts am Tor vorbei. Danach sorgten die Linzer immer wieder mit Standardsituationen für Betrieb im Rapid-Drittel. In der 13. Minute bekam Rapids Goalie Paul Gartler einen etwas zu zentralen Schuss von Sascha Horvath zu halten.

Aufseiten Rapids gab Kapitän Maximilian Hofmann sein Comeback mit Gesichtsmaske, um seine gebrochene Nase zu schützen. Die Linzer mussten nach einer Viertelstunde ihren Mittelfeld-Crack James Holland verletzungsbedingt ersetzen, für ihn kam Hong Hyun-seok auf den Platz. Sekunden später fiel die Führung aus einem Strafraum-Getümmel: Rapid brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Goiginger schoss aus wenigen Metern ein. Gartler entschärfte dann einen Abschluss von Mamoudou Karamoko (20.).

Erst jetzt waren bei den Wienern allmählich Bemühungen zu erkennen, offensiv etwas bewegen zu wollen. Die waren wenig konkret, außerdem zeigte die ersatzgeschwächte LASK-Abwehr eine gute Organisation. Ein Angriff in der 28. Minute - mit Abschlussversuch von Kelvin Arase - versandete, ein Hofmann-Kopfball (29.) verfehlte das Tor.

Die Athletiker blieben indes bei ihren Umschaltmomenten und den oft daraus resultierenden Standards brandgefährlich. In der 36. Minute etwa köpfelte Luckeneder an die Latte, Hofmann (40.) am anderen Ende hingegen völlig unbedrängt drüber. Danach glückte Kara nach Grüll-Lochpass aber im Eins-zu-Eins gegen Alexander Schlager der Ausgleich. Der wehrte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch einen Fountas-Schuss zur Ecke ab.

Ein Chancen-Furioso gab es nach dem Seitenwechsel. Hong (49.), Arase (52.), Peter Michorl (53.), Taxiarchis Fountas (55.) und Karamoko (56./66.) verpassten die mehr oder weniger guten Möglichkeiten auf beiden Seiten. Rapid spielte seit Wiederbeginn ohne Hofmann und mit Filip Stojkovic als Innenverteidiger. Der trennte in der 69. Minute Karamoko im Strafraum sauber vom Ball, Schiedsrichter Alan Kijas zeigte dennoch auf den Elfmeterpunkt. Später korrigierte er die Entscheidung aber nach Ansicht der Bilder, nahm auch die Gelbe Karte zurück.

Auf der Gegenseite verhinderte zunächst die LASK-Abseitsfalle einen Treffer von Fountas (75.). Nach Karas Kopfball-Tor durften die Zuschauer kurz darauf aber doch jubeln. Nach einem Foul an Kara versenkte Grüll den Freistoß unter die Latte direkt in die linke Ecke. Luckeneder bugsierte den Ball zum 3:2-Endstand ins Tor, nachdem Gartler den Ball nicht zu fassen bekam. Nach dem Abpfiff wurde es noch einmal turbulent, Rapids Robert Ljubicic sah nach einem Handgemenge die Rote Karte.

Austria gegen Wattens endet Remis

Die Wiener Austria muss in der Fußball-Bundesliga weiter auf zwei Siege hintereinander warten. Die Wiener und WSG Tirol trennten sich am Sonntag auf dem Innsbrucker Tivoli mit einem gerechten 1:1 (0:0). Fast eine Stunde lang tat sich auf dem Innsbrucker Tivoli wenig, ehe Giacomo Vrioni die Tiroler in Führung köpfelte (57.). Der Austria gelang durch den kurz davor eingewechselten, 18-jährigen Muharem Huskovic ebenfalls per Kopf der Ausgleich (77.).

Lange Zeit neutralisierten sich die beiden Mannschaften und ließen wenige Chancen zu. Stefan Skrbo (10.) und Thanos Petsos (20.) sorgten in der ersten Halbzeit mit Schüssen für die gefährlichsten Szenen im Austria-Strafraum. Die Wiener hatten ihre beste Möglichkeit kurz vor der Pause durch Eric Martel und Manfred Fischer, in der 19. Minute klärte WSG-Torhüter Benjamin Ozegovic weit vor dem Tor vor dem heranstürmenden Georg Teigl.

Nach dem Wechsel hatte die Austria, die in Trikots ohne Firmenlogo von Insignia auf der Brust antrat, die erste Chance, doch Marco Djuricin vergab (54.). Vrioni machte es drei Minuten später besser. Der Italiener war nach Skrbo-Flanke zur Stelle und traf per Kopf zur Wattener Führung.

Das Spiel wurde danach lebhafter, mit einem Dreifachtausch (71.) versuchte Austria-Trainer Manfred Schmid der Partie noch eine Wende zu geben. Mit Erfolg. Die Austria wurde stärker und belohnte sich wenig später auch. Unmittelbar nachdem auf der Gegenseite Vrioni knapp verzogen hatte, verwertete U19-Teamspieler Huskovic eine Suttner-Flanke zum Ausgleich. In einem offenen Schlagabtausch im Finish hatten beide Seiten durch Vrioni (80.) und Renny Smith (89.) bzw. Manfred Fischer (85.) und Djuricin (90.) gute Chancen auf das Siegestor.

So blieb es bei der gerechten Punkteteilung, mit der die Austria nun schon seit sechs Spielen gegen Wattens ungeschlagen ist.

(APA)