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Länder

Die Test-Nachzügler wollen nun aufholen

Nicht nur in der Gastronomie, auch am Arbeitsplatz gilt künftig nur noch ein PCR-Test als Testnachweis.
Nicht nur in der Gastronomie, auch am Arbeitsplatz gilt künftig nur noch ein PCR-Test als Testnachweis.(c) APA/AFP/ALEX HALADA
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Die 2,5-G-Regel am Arbeitsplatz erfordert mehr PCR-Tests. Auch auf dem Land sollen sie nun besser verfügbar sein.

Wien. Nicht nur beim Angebot der dritten bzw. Booster-Impfungen prescht Wien aktuell voran. Schon bei den regelmäßigen PCR-Gurgeltests hat sich die Bundeshauptstadt als Vorreiter etabliert. Denn anders als in Wien war das Angebot für flächendeckende, kostenlose PCR-Tests im Rest Österreichs bisher nur spärlich vorhanden. Das sorgte immer wieder für Kritik aus Expertenkreisen, da die besser verfügbaren Antigentests für zu Hause als zu unzuverlässig gelten. Der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau Universität Krems etwa forderte wiederholt deren Abschaffung.

Angesichts der derzeit rasant steigenden Infektionszahlen aufgrund der immer noch niedrigen Imfpfquote in Österreich (4523 Neuinfektionen am Montag, Impfquote 62,6 Prozent) wird nun tatsächlich vermehrt auf PCR-Tests gesetzt. Die gesetzlich verankerte 3-G-Regel am Arbeitsplatz, die ab 1. November gilt, wird in zwei Wochen in eine 2,5-G-Regel verwandelt (getestet gilt nur noch mittels PCR-Test) und somit verschärft. Diese ist ab der Phase 3 des Fünf-Stufenplans der Bundesregierung (Intensiv-Belegung von 400 Covid-Patienten) verpflichtend. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) erwartet dieses Szenario für Ende dieser/Anfang kommender Woche. Mit Stand Montag liegen aktuell 292 Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Die Bundesländer bemühen sich infolge der strengeren Regelung nun um ein besseres PCR-Test-Angebot. Sowohl Abholung als auch Auswertung der Tests werden jedoch recht unterschiedlich gehandhabt.

Niederösterreich. In Niederösterreich sind PCR-Gurgeltests bereits in Spar-Märkten in den Bezirken Melk und Scheibbs erhältlich. Ab heute, Dienstag, können entsprechende Tests in den Filialen aller Bezirkshauptstädte bezogen und abgegeben werden. Mitte November soll dann eine flächendeckende Ausrollung erfolgen, hieß es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Das Testergebnis erhält man in Niederösterreich in der Regel am nächsten Tag.

Oberösterreich. Das Bundesland mit den seit Monaten niedrigsten Impfquoten und höchsten Inzidenzen hat bereits im Sommer das Wiener „Alles gurgelt“-Modell adaptiert – allerdings bisher nur in den Bezirken Gmunden, Vöcklabruck und Linz. Daneben bieten 140 Apotheken im Land PCR-Tests an.

Auf Nachfrage im Krisenstab der Landesregierung soll das Angebot in den kommenden Tagen stufenweise und flächendeckend ausgeweitet werden. Mit dem Ziel, bis zu 85.000 Tests pro Woche abzunehmen. In den drei „Alles gurgelt“-Pilotbezirken werden derzeit täglich bis zu rund 4000 PCR-Gurgeltests gemacht. Details zum größeren Angebot gibt es vorerst noch keine.

Auf Nachfrage verweist man seitens des Krisenstabs zudem auf das bereits vorhandene „dichte Netz“ an Testangeboten des Roten Kreuzes. Dieses habe aufgrund der steigenden Inzidenzen im Oktober die Kapazitäten auf rund 3000 tägliche PCR-Tets erweitert. Bei einer Bevölkerung von rund 1,4 Millionen ist das jedoch recht wenig, wenn man die Zahlen mit Wien vergleicht: Dort werden bei einer Bevölkerung von rund 1,9 Millionen pro Tag bis zu 500.000 PCR-Tests ausgewertet. Partner in der Bundeshauptstadt sind der Rewe-Konzern sowie das Testlabor Lifebrain.

Salzburg. Hier sind die PCR-Gurgeltests für zu Hause seit 27. Oktober erhältlich. Bereitgestellt werden die Test-Kits in allen Spar-Märkten im Land sowie in den Maximärkten in Anif (Flachgau) und Bruck (Pinzgau). Auch die Bezirksstellen des Roten Kreuzes in Radstadt, Abtenau und Tamsweg stellen derzeit PCR-Gurgeltests zur Verfügung. Abgegeben werden können diese in 107 Spar-Märkten und 16 McDonald's-Filialen im ganzen Land sowie in 118 der 119 Gemeindeämter. Einzige Ausnahme ist die Stadt Salzburg aufgrund der vorhandenen Dichte von Spar-Filialen. Abgeholt werden die Tests täglich um 10 Uhr. Die Testergebnisse sollen binnen 20 bis 24 Stunden vorliegen. Proben, die am Sonntag eingeworfen werden, werden bis spätestens Dienstagfrüh ausgewertet.

Steiermark.
Die Steiermark startet als eines der letzten Bundesländer mit den PCR-Gurgeltests am heutigen Dienstag. Bezogen werden können sie vorerst in 211 Apotheken. Abgeben kann man sie neben den Apotheken wie in Salzburg auch in den Spar-Supermärkten. Das Ergebnis soll spätestens 24 Stunden nach Abholung vorliegen. Abgeholt werden die Testkits Montag bis Donnerstag zweimal täglich. Von Freitag bis Sonntag werden sie einmal täglich abgeholt.

Tirol.
In Tirol sollen im November rund 200 Selbsttestboxen über das ganze Bundesland verteilt werden. Dort sollen die PCR-Gurgeltests abgeholt bzw. zur Auswertung wieder abgegeben werden können. An welchen Standorten und ab wann die Boxen platziert werden, ist vorerst unklar. Die Abstimmungen dazu würden noch laufen, hieß es am Sonntag aus dem Landhaus in Innsbruck.

Burgenland. Wie in Salzburg und der Steiermark können PCR-Gurgeltests nach Angaben aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) in allen Spar-Filialen im Burgenland bezogen und abgegeben werden. Derzeit werde daran gearbeitet, das Angebot zu erweitern, teilte eine Sprecherin Doskozils am Montag mit. Zusätzlich gibt es auch in vielen Apotheken die Möglichkeit, PCR-Tests durchzuführen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2021)