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Niederösterreich

Brand im Höllental: Fast 600 Helfer kämpfen weiter gegen Glutnester

Eine der Canadair-Maschinen des Typs CL-415 bei Löscharbeiten im Raxgebiet.
Eine der Canadair-Maschinen des Typs CL-415 bei Löscharbeiten im Raxgebiet.APA/EINSATZDOKU.AT
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Am Boden und aus der Luft werden in Reichenau an der Rax auch eine Woche nach Ausbruch des riesigen Waldbrandes Glutnester bekämpft. Hoffnungen ruhen weiter auf einem Wetterumschwung.

Eine Woche nach Ausbruch des Waldbrandes in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax ist am Montag weiter gegen zahlreiche Glutnester gekämpft worden. Im Einsatz standen nach Angaben von Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber fast 600 Helfer und exakt 111 Fahrzeuge. Hoffnungen ruhen auf einen Wetterumschwung, für die Nacht auf Dienstag ist Regen prognostiziert.

Huber, gleichzeitig auch Einsatzleiter, sprach am Montagabend von zum Teil schwächer werdenden Glutnestern und "einer Verbesserung gegenüber der Früh". Was bleibe, sei jedoch weiter "mühselige Arbeit" im Kampf gegen die Brandquellen.

Zur weiteren Einsatzdauer konnten naturgemäß noch keine genauen Angaben gemacht werden. Fakt ist, dass die Planungen für das Aufbieten der Bodenmannschaften vorerst bis zum kommenden Wochenende reichen, wie Huber sagte. "Die Luftabwürfe zeigen punktuell gute Erfolge, viele Glutnester konnten so bereits gelöscht werden. Trotzdem wird der Einsatz sicher noch einige Tage dauern", betonte auch Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP).

Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner mit einem Piloten eines deutschen Löschhubschraubers.
Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner mit einem Piloten eines deutschen Löschhubschraubers.APA/LAND NIEDERÖSTERREICH

In Hinblick auf die Bodentruppen mache sich das System des Katastrophenhilfsdienstes bezahlt, hob der Landesvize hervor. "6000 Kameradinnen und Kameraden stehen dadurch in Niederösterreich jederzeit für genau solche Einsätze bereit und lösen in Hirschwang sukzessive und regelmäßig die eingesetzten Kameradinnen und Kameraden ab." An Ort und Stelle waren Helfer aus allen Regionen Niederösterreichs. Dazu kamen Spezialkräfte aus fünf anderen Bundesländern.

Fluggeräte aus dem Ausland wohl noch bis Mittwoch im Einsatz

In der Luft waren auch am Montag zahlreiche Fluggeräte. Neben Hubschraubern von Bundesheer und Innenministerium unterwegs waren zwei Spezialhelikopter aus Deutschland - Sikorsky CH-53 - und die beiden am Samstag aus Italien entsandten Canadair-Maschinen des Typs CL-415. Ebenfalls eingesetzt wurde einmal mehr eine Maschine aus der Slowakei, die sich am Nachmittag aber auf den Rückweg machte.

Die übrigen Fluggeräte aus dem Ausland dürften dem Rax-Gebiet noch mehrere Tage erhalten bleiben. "Der Einsatz der Maschinen aus Deutschland und Italien ist bis Mittwoch eingetaktet", blickte Huber voraus.

Allein am Sonntag wurden bei knapp 1100 Flügen beinahe 1,4 Millionen Liter Löschwasser verwendet. Am Montag waren es eine Million Liter.

Die Canadair-Maschinen des Typs CL-415 aus Italien mit einem Fassungsvermögen von jeweils etwa 7.000 Litern nehmen das Wasser aus der Neuen Donau am nordwestlichen Stadtrand Wiens auf.
Die Canadair-Maschinen des Typs CL-415 aus Italien mit einem Fassungsvermögen von jeweils etwa 7.000 Litern nehmen das Wasser aus der Neuen Donau am nordwestlichen Stadtrand Wiens auf.APA/GEORG HOCHMUTH

Seitens des Bundesheeres wurde am Montag mit der Pilatus PC-6 auch ein mit einer Wärmebildkamera ausgestattetes Flächenflugzeug zur Anwendung gebracht. Die Maschine soll mit Luftbildern vom Brandgebiet zur zielgenauen Ortung von Glutnestern beitragen. "Der Vorteil beim Einsatz der Pilatus PC-6 ist, dass die Bilder unmittelbar aus der Luft direkt in die Einsatzzentrale übertragen werden können", erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP).

Entspannung der generellen Lage könnte der seit Tagen ersehnte Niederschlag bringen. In der Nacht auf Dienstag soll eine Kaltfront eintreffen und verbreiteter Regen einsetzen.

Lagerfeuer als Auslöser?

Die Flammen waren am Montag der Vorwoche ausgebrochen. Das Feuer breitete sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar. Die Brandursache ist weiter unklar, Ermittler gehen von einer "fremden Zündquelle" aus. Festgestellt wurde laut Polizeisprecher Johann Baumschlager u.a. mittels Video-Aufzeichnungen der Rax-Seilbahn, dass die Flammen an einer Stelle ausgebrochen sind, an der in der Vergangenheit immer wieder Lagerfeuer gemacht worden waren.

 

(APA/Red.)