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Rundgang

Berliner Modenachwuchs zeigt Diplomschau

SCHAU21 "Freewheeling" der UdK Berlin
SCHAU21 "Freewheeling" der UdK Berlin(c) MARC MEDINA GISBERT
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Für die Präsentation der Diplomarbeiten hat sich der Mode-Abschlussjahrgang der Universität der Künste Berlin Verstärkung geholt. Die jährliche Schau verlief damit anders als gewohnt.

Jedes Jahr präsentieren Absolventinnen und Absolventen des Instituts für experimentelles Bekleidungs- und Textildesign der Universität der Künste Berlin im Rahmen eines Rundgangs ihre Arbeiten. Dieses Jahr holte sich die Mode-Abschlussklasse, geleitet von dem Schweizer Designer Julian Zigerli, Unterstützung von der Gesangsklasse derselben Universität und der Zeitgebilde Filmproduktion UG. So entstand als Gemeinschaftsprojekt ein performatives Screening, das Augen und Ohren betört.

 

Für das Screening-Projekt wurden O-Töne der Nachwuchsdesignerinnen und -designer verfilmt und zu einer gemeinsamen Erzählung verwoben. Kollektionen werden so mit kritischen Wortmeldungen untermalt - gegenüber dem Körperkult etwa oder dem System an sich mit all seinen Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten. Während sich ein junger Mensch eingekleidet in futuristischen Designs auf dem Boden räkelt, spricht eine Stimme über die Schnittstelle der digitalen Welt und der Mode. Gothic-inspirierte Looks werden im Kurzfilm mit einer Kritik am zugespitzten, oberflächlichen Diskurs über Original und Kopie unterlegt. Große Modekonzerne werden scharf kritisiert, während das Auge von Schutzkleidung inspirierte Teile zu sehen bekommt.

Look von Ronja Biggemann
Look von Ronja Biggemann(c) HEYSOO CHONG

Die Arbeiten von Ronja Biggemann, Manfred Elias Knorr, Johanna Braun,  Katharina Achterkamp, Lina Lau, Louis Krüger, Alessandro Gentile, Lisa Oberländer, Nina Birri, Paula Keilholz, Katharina Spitz, Smed Wagner und Jasmin Halama könnten nicht unterschiedlicher sein und doch münden alle zusammen in einen Schrei nach einer Revolution der Modebranche. Der Konsens, Modedesignerinnen und -designer müssten sich kritisch mit der eigenen Produktion auseinandersetzen, zieht sich durch die Performance und lädt ein, Mode und Designprozess neu zu denken. Der Kurzfilm endet, wie er anfängt: Mit opernähnlichem Gesang, der auf die Zitate folgend Gänsehaut verspricht.

Hoodies zu ergattern

Ein kleiner, durch eine Kooperation entstandener Teil der sonst eher unzugänglichen Entwürfe der Studierenden der UdK Berlin gibt es bis 25. November im VooStore zu haben. In Zusammenarbeit des Stores und der Universität haben die Modemacherinnen und -macher den Hoodie, über seinen Platz als klassisches Kleidungsstück hinaus, neu interpretiert. Beim Designprozess haben die Studierenden die Geschichte, das genderneutrale Etikett des Kleidungsstücks sowie seine politische und kulturelle Bedeutung herangezogen. So entstanden verschiedenste Ausführungen des populären Kapuzenpullovers. Die Unterstützung junger Kreative steht bei der Kooperation an erster Stelle.

(evdin)