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Pizzicato

Joe Bidens Murmeltiertag

Wer wollte es Joe Biden verdenken, dass er angesichts der langen Rednerliste beim Klimagipfel in Glasgow eingenickt ist?

Konferenzen über die Rettung der Menschheit und Weltuntergangspropheten können ermüdend sein, erst recht für einen bald 79-Jährigen, der sich am liebsten mit dem Papst austauscht – von Katholik zu Katholik, vom gewöhnlichen Sünder zum Beichtvater.

Appelle, Weck-, Warn- und Kassandrarufe gab es in Glasgow zuhauf – von Elizabeth II., der „Queen in Green“, über den gruseligen Boris Johnson („Es ist eine Minute vor Mitternacht“) und – passend zu Allerseelen – UN-Chef António Guterres („Wir schaufeln unser eigenes Grab“) bis zum Präsidenten des pazifischen Inselstaats Palau. Wer sollte den US-Präsidenten aufrütteln, der seine Redezeit zuvor schon weit überzogen hatte und der Meinung war, alles gesagt zu haben, was zu sagen war?

Auf dem Rückflug in der Air Force One nach Washington hatte der Mann, auf dessen Schultern das Gewicht der Nation, wenn nicht der freien Welt liegt, schließlich Gelegenheit, ein wenig Schlaf nachzuholen und dem Jetlag ein Schnippchen zu schlagen – ehe im Weißen Haus womöglich neue Hiobsbotschaften warten würden. Für einen US-Präsidenten ist ohnehin jeder Tag Murmeltiertag: Der Wecker läutet, und alles geht von vorn los. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com