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Kunsthalle Krems

Von Evas Rippe und Marias müdem Schoß

Eigens für Krems entstandene, wandfüllende Neonarbeit: "Göttin schuf Eva", 2021
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Das erstaunliche Werk der Margot Pilz, an deren Kunst man wie bei nur wenigen die Probleme und Herausforderungen der jeweiligen Zeit ablesen kann – vom Feminismus über Neue Medien bis zum Umweltaktivismus.

Nicht allen Künstlerinnen tut es gut, spät entdeckt zu werden. Das ist hart, aber eine Wahrheit, zu verfolgen gerade in der Landesgalerie NÖ in Krems, wo eine Ausstellung die Frauen zusammenfasst, die beim legendären Wiener „Art Club“ in der Nachkriegszeit Mitglied waren oder sich in dessen Umfeld bewegten. Zu derer aller Pech tat das auch Maria Lassnig. Man kann Maria Bilger für ihre frühe archaische Keramik schätzen (weniger für die spätere), Susanne Wenger für ihre spätere, auch architektonisch surreale Rolle als Yoruba-Priesterin. Die vielen anderen Künstlerinnen eher für weniger als mehr. Vor allem aber sind sie alle im Vergleich zu Lassnig eben um Klassen weniger relevant.
Es gibt tatsächlich nur wenige dieser vielen unterrepräsentierten Künstlerinnen, deren Wiederentdeckung gerade so in Mode ist, die nicht nur einer bedeutenden Werkgruppe wegen verkannt sind – sondern wegen ihres gesamten Werks. Martha Jungwirth ist so ein Fall. Margot Pilz ein anderer. Ihr wird gerade gegenüber der NÖ Landesgalerie, in der Kunsthalle Krems, eine große Retrospektive ausgerichtet. Endlich. Ist Pilz mit ihren 85 doch in einem Ausmaß gegenwärtig, produktiv und unsentimental, dass man nur in die Knie gehen kann, innerlich.