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Handarbeit

Tischuhr: Standfest, aber nicht antiquiert

Designer Rainer Mutsch hat versucht "über die eingefrästen Zahnräder die Zeit fühlbar zu machen."
Designer Rainer Mutsch hat versucht "über die eingefrästen Zahnräder die Zeit fühlbar zu machen."beigestellt
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Tischuhren werden seit Jahrzehnten sehr stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht, wie die österreichische Marke Carl Suchy & Söhne mit der neuen „Table Waltz“ beweist.

Hand aufs Herz: Wer besitzt heutzutage noch eine Tischuhr? Eben! Dabei passt dieser Typus eigentlich sehr gut in unsere Zeit. Die Tischuhr vermittelt Standfestigkeit, wartet verlässlich im trauten Heim und befriedigt Sehnsüchte nach der guten alten Zeit. Es kommt aber noch besser, denn eine Tischuhr muss kein antiquiertes Ding sein. Diesen Gedanken hing man auch bei Carl Suchy & Söhne nach und brachte nun gemeinsam mit Designer Rainer Mutsch ein Modell mit dem beschwingten Namen „Table Waltz“ auf den Markt und auf den Tisch.


Die 25 Zentimeter hohe Uhr, die in einem dunklen, seidenmatten und skulpturalen Gehäuse untergebracht ist und zu jeder vollen Stunde erklingt, wirkt modern, ele-gant und doch verspielt. Gleichzeitig macht sie auf den ersten Blick klar, dass sie auch der Tradition verbunden ist und wunderbare alte Wiener Dekorgefühle im Raum wirken lässt. Zur Info am Rande: Bereits vor 150 Jahren produzierten Carl Suchy & Söhne Tischuhren, die noch heute in dem einen oder anderen Salon in Wien zu finden sind.

Im Inneren der "Table Waltz" tickt das in zwei Jahren Entwicklungszeit gestaltete In-House-Stabwerk CS-T1.
Im Inneren der "Table Waltz" tickt das in zwei Jahren Entwicklungszeit gestaltete In-House-Stabwerk CS-T1.beigestellt


Designer Rainer Mutsch wollte mit der „Table Waltz“ Zeit fühlbar machen: „Die Uhr soll jedes Mal, wenn ich draufblicke, etwas anders aussehen. Sie kann diese Bewegungen dank ihres besonderen mechanischen Uhrwerks auch wirklich herzeigen und dadurch immer wieder neue spannende Perspektiven offenbaren.“ Der gebürtige Burgenländer, der für zahlreiche Entwürfe im Bereich Möbel und Leuchten, aber auch für seine Arbeit für Rado bekannt wurde, hat bei der „Table Waltz“ mit der Uhr­machermeisterin Therese Wibmer zusammengearbeitet.

Tickendes Möbelstück

Das Glas an Vorder- und Rückseite wurde von der Traditionsmanufaktur J. & L. Lobmeyr von Hand graviert. Es fügt sich nahtlos in die konische Passform des Messinggehäuses ein und bietet dem kunstvoll schwebenden Stabwerk eine Art lichtdurchflutete kleine Bühne. Die Uhr aus österreichischen Einzel­teilen wird in Handarbeit im Waldviertel gefertigt, das Gehäuse aus einem einzigen Messingblock gefräst und mittels eines speziellen Vernickelungsverfahrens ver-edelt. Auch die Tischuhr ist für Rainer Mutsch eine Art Möbelstück, „ein Objekt, mit dem ich mich wirklich umgebe, das aber trotzdem nicht nur Kunst ist, sondern Funktion, und einen zusätzlichen Wert bringt“, wie Mutsch, der gern einmal ein Space-Shuttle entwerfen würde, das Objekt beschreibt. Billig, aber das dürfte kaum überraschen, ist der kleine Zeitaltar natürlich nicht. Wer allerdings die 27.700 Euro dafür ausgeben will, bekommt ein Stück Zeitgeschichte, das auf zehn Stück limitiert sein wird und die erste Tischuhr seit 100 Jahren ist, die in Österreich entwickelt und entworfen wurde. 

("Die Presse Schaufenster" vom 29.10.2021)