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Corona-Pandemie

WKÖ und ÖGB kritisieren gemeinsam Pläne zu 2,5G am Arbeitsplatz

APA/HANS KLAUS TECHT
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"Die Pläne der Bundesregierung sind für WKO und ÖGB praxisfern und in dieser Form nicht durchzusetzen", schreiben WKÖ-Chef Harald Mahrer und ÖGB-Chef Wolfgang Katzian.

In einer gemeinsamen Stellungnahme üben Gewerkschaftsbund und Wirtschaftskammer harsche Kritik an den Plänen der Bundesregierung zu 2,5G am Arbeitsplatz. "Die Pläne der Bundesregierung sind für WKO und ÖGB praxisfern und in dieser Form nicht durchzusetzen", schreiben WKÖ-Chef Harald Mahrer und ÖGB-Chef Wolfgang Katzian. Ohne flächendeckende PCR-Test-Infrastruktur gingen die Überlegungen ins Leere. 2,5G heißt, Beschäftigte müssen Geimpft, Genesen oder PCR-getestet sein.

"Es macht keinen Sinn, über Maßnahmen nachzudenken, für die es kein Angebot gibt", fordern die beiden Sozialpartner ein ausreichendes Testangebot in ganz Österreich. Eine wirksame Pandemiebekämpfung sei notwendig, aber "diese kann nicht auf dem Rücken der Betriebe und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter passieren. Was wir jetzt brauchen, sind realistische Lösungen statt nicht zu Ende gedachter Ideen, die weder Sicherheit noch Planbarkeit vermitteln, sondern im Gegenteil zu massiver Verunsicherung führen".

ÖGB und WKÖ verweisen auf Daten, wonach "der überwiegende Teil des Infektionsgeschehens" nicht in den Betrieben stattfinde. Man solle die Impfquote mit Anreizen steigern. Dafür seien die Sozialpartner jederzeit gesprächsbereit. "2,5G am Arbeitsplatz ohne ausreichende Rahmenbedingungen sehen wir nicht als Lösung" heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.

Von Arbeiterkammer-Chefin Renate Anderl gab es am Mittwoch zu 2,5G am Arbeitsplatz ein "Ja, aber". Sie fordert zuerst einen Ausbau des Testmöglichkeiten. "Denn gerade am Land mangelt es an PCR-Testmöglichkeiten. Hier müssen die Bundesländer schnell in die Gänge kommen". Anderl äußerte auch die Sorge, dass wegen der steigenden Infektionszahlen und der Rückkehr aus dem Homeoffice viele nicht impfbare Hochrisikopersonen nicht ausreichend geschützt seien. Sie fordert eine Wiederauflage der Ende Juni ausgelaufenen Freistellungsmöglichkeit für Risikogruppen.

Tirols schwarzer Arbeiterkammer-Präsident Erwin Zangerl lehnte dagegen eine 2,5G-Regel komplett ab und wertete sie als "undurchführbar" und als "Anschlag auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". Auch er argumentierte in einer Aussendung mit fehlenden Teststrukturen. Viele Menschen würden sich bei der Arbeiterkammer "über die fehlenden Testmöglichkeiten und die unzureichende Information, wann und wo man sich testen lassen kann" beschweren. Laut Betroffenen wartet man zum Teil bis zu 30 Stunden auf das Testergebnis, kritisierte Zangerl.

FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch kritisierte, dass die Sozialpartner nicht wirklich gegen 2,5G am Arbeitsplatz seien. In Wahrheit seien ÖGB und WKÖ nicht grundsätzlich gegen 2,5G am Arbeitsplatz, sondern wollen lediglich ein flächendeckendes Testangebot. Nur die Freiheitlichen hätten sich "von Anfang an gegen diese inakzeptablen Schikanen ausgesprochen", so die FPÖ-Politikerin.

(APA)