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Brüssel-Briefing

Kopftuch-Werbung, bezahlt aus dem EU-Budget

Mit Sujets wie diesem hat sich der Europarat im Bemühen um Toleranz ein schweres PR-Problem eingefangen.
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Der Europarat löst mit einer Kampagne gegen Hassrede, in der das Tragen des Hijab als Zeichen der Freiheit der Frauen dargestellt wird, einen Aufruhr im Netz aus. Finanziert wird das auch von der EU.

„Schönheit liegt in Diversität, wie Freiheit im Hijab liegt": unter dieser Parole lancierte der Europarat am Dienstag ein kurzes Onlinevideo auf Twitter. Man sieht da junge Frauen, zunächst ohne, dann mit islamischem Kopftuch. Das Ganze ist Teil einer Kampagne gegen Hassrede und Angriffe auf Minderheiten, darunter jene der Moslems, allen voran moslemischer Frauen mit Kopftuch. Lange dauerte es nicht, da brach in Frankreich eine Welle der Empörung aus - quer durch das politische Spektrum. Die Regierung machte Druck, am Mittwoch löschte der Europarat zumindest den Tweet. Doch der, wie es heutzutage heißt, Shitstorm legte sich damit nicht. Und er erfasste auch Brüssel und die EU.

Worüber Brüssel redet

Weil: natürlich sind Europarat und EU zwei verschiedene Paar Schuhe. Darauf legen manche meiner Brüsseler Korrespondentenkollegen besonders pedantisch Wert, wenn wieder einmal irgendwo öffentlich vom „Europarat“ die Rede ist, der in Brüssel sich zu einem EU-Gipfel treffe, wo doch in Wahrheit der Europäische Rat gemeint sei (der wieder etwas anderes als der Rat der EU, also das Gesetzgebungsorgan der Mitgliedstaaten ist, aber lassen wir das). Aber die EU fördert die Diversitätskampagne des Europarats. Das erkennt man schon freien Auges daran, dass unten auf den Sujets beziehungsweise dem Bildrahmen des Hijab-Videos neben dem Europaratslogo auch die EU-Flagge zu sehen ist.