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Kärntner Hypo: Auch heuer massive Verluste

[Wien/APA/höll]Die Kärntner Hypo Alpe Adria kommt mit der Sanierung nicht so schnell voran wie erwartet. Bankchef Gottwald Kranebitter kündigte am Mittwoch im Kärntner Untersuchungsausschuss an, dass das Institut auch heuer „massive Verluste“ einfahren werde. Auf einen konkreten Betrag legte er sich nicht fest.

Beobachter erwarten ein Minus von einer Mrd. Euro. Bereits seit Wochen gibt es Gerüchte, dass die Hypo für die Bilanz 2010 neue Staatsgarantien brauche. Dies wird jedoch vom Finanzministerium dementiert. „Aus heutiger Sicht“ seien keine frischen Staatsgelder oder Garantien notwendig, heißt es im Ministerium. Allerdings hat der Aufsichtsrat mehrere Szenarien erstellen lassen. Sollten auf dem Balkan überdurchschnittlich hohe Verluste eintreten, seien Notfallmaßnahmen notwendig. Doch derzeit geht das Ministerium nicht davon aus, dass ein solches Szenario eintritt.


Immer mehr Beschuldigte
Laut Kranebitter befindet sich die Einnahmensituation nicht im Einklang mit der Ausgabensituation. Daher müsse die Bank nun auf einen gesunden Kern schrumpfen. Dazu sollen zahlreiche Immobilien und Töchter verkauft werden. Hier werde man aber Zeit brauchen. Denn die Immobilienmärkte in Südosteuropa müssten sich erst erholen. Ein „Worst Case“-Szenario wäre, wenn die Hypo ihre Beteiligungen in einem „Fire Sale“ schnell abstoßen müsste. Dann würden Milliarden verloren gehen, warnte Kranebitter.

Es gebe noch immer 21,6 Mrd. Euro an Haftungen, für die der Bund und das Land Kärnten geradestehen müssen.

Bislang hat die Hypo 130 Geschäftsfälle aus der Vergangenheit geprüft. Bei 60 dieser Fälle hätten sich laut Kranebitter Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ergeben. Dem Vernehmen nach ist die Liste der Beschuldigten zuletzt deutlich angestiegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2010)