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Gruppenatelier

Atelier Stoß im Himmel: Eine geteilte Vision

Oktett. In der aktuellen Konstellation haben acht Schmuckkünstlerinnen ihre Werkbank an der Adresse Stoß im Himmel 3 in der Wiener Innenstadt: Astrid Siber, Marta Edocs, Eva Tesarik, Heike Wanner, Magdalena Track, Michelle Kraemer, Caroline Ertl und Dora Des (v. l.).Ortrun Bauer.
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Seit 25 Jahren gilt das Atelier Stoß im Himmel in der Wiener Innenstadt als ausgezeichnete Adresse für anspruchsvolle Schmuckkunst.

Die klingende Adresse lässt an Ambitionen denken, die in höchste Höhen zielen: Stoß im Himmel, eine kurze Seitengasse der Wipplingerstraße, die gemeinsam mit der Salvatorgasse und der Schwertgasse gleich hinter der Kirche Maria am Gestade ein kleines „Goldenes U“ bildet. Benannt ist die Gasse allerdings nach der im frühen 16. Jahrhundert hier ansässigen Familie Stosanhimel (sic!), die ihren Namen wiederum aufgrund der Körpergröße mancher Mitglieder getragen haben soll. Das mit dem Ehrgeiz ist aber auch nicht ganz falsch, zumindest wenn der Stoß im Himmel fast metonymisch für ein Schmuckkunst-Gruppenatelier verstanden wird, das sich nicht in der Renaissance, sondern vor immerhin auch schon wieder einem Vierteljahrhundert hier angesiedelt hat.

Ausgestellt. Im hinteren Teil wird gearbeitet, vorn bieten die Künstlerinnen ihre Einzelstücke und Kleinserien zum Verkauf an.(c) Christoph Schubert (Christoph Schubert)

Quere Einstiege. „Als wir angefangen haben, waren wir die Einzigen auf weiter Flur, die so wild drauflosgearbeitet haben, ganz frei von der Seele weg“, sagt Caroline Ertl, die 1996 zu den Gründungsmitgliedern des Designkollektivs und Gruppenateliers zählte. Neben Ertl sind auch Eva Tesarik und Heike Wanner noch mit von der ersten Stoß-im-Himmel-Partie. Zur aktuellen Konstellation von acht Schmuckkünstlerinnen mit unterschiedlichen und sehr individuellen Zugängen ist es im Lauf der Jahre gekommen. „Wir arbeiten so eng nebeneinander   – das muss sich für alle Beteiligten gut anfühlen“, sagt Heike Wanner und ergänzt: „Der Schmuck muss zu uns passen, aber die persönliche Komponente ist genauso wichtig.“ Wenn es also hin und wieder einen freien Atelierplatz gibt, dann laufen die Bewerbungsgespräche wohl als Mischung aus Jobinterview und Vorstellungsrunde für einen neuen WG-Mitbewohner ab.
Wie gut vernetzt die hier tätigen Kreativen sind bzw. wie groß die internationale Strahlkraft ist, zeigt allein das Beispiel von einer der aktuell hier tätigen Designerinnen: Die Luxemburgerin Michelle Kraemer absolvierte nach einem abgeschlossenen Designstudium in England die renommierte Alchimia-Schmuckakademie in Florenz, als ihr zugetragen wurde, dass es bei Stoß im Himmel einen freien Platz gebe. „Wien stand eigentlich gar nicht auf meinem Plan, aber so hat sich das gut gefügt, und heute lebe ich mit meiner hier gegründeten Familie in der Stadt und arbeite im Atelier“, erzählt sie und berichtet von internationalen Ausstellungsteilnahmen.