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Off-Label-Impfung

Kinder-Impfstraße für Wien in Planung

In den USA sind die Impfungen für Kinder gerade angelaufen.
In den USA sind die Impfungen für Kinder gerade angelaufen.(c) REUTERS (HANNAH BEIER)
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In Wien soll eine Impfstraße für Kinder ab fünf Jahren eröffnet werden. Gesundheitsstadtrat Hacker betont, dass es sich dabei um ein Angebot und keine Empfehlung handelt. Momentan gibt es noch keine Zulassung der EMA, diese soll aber bald folgen.

Bisher ist die Impfung gegen das Coronavirus in Österreich nur für Personen ab 12 Jahren zugelassen. In Wien ist nun eine Impfstraße in Planung, in der auch Kinder zwischen 5 und 11 Jahren den ersten Stich bekommen können. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Off-Label-Impfung, die nur mit Zustimmung der Eltern und der betreffenden Kinder möglich ist. Ein ausführliches Aufklärungsgespräch soll Zweifel abklären.

In Wien gäbe es vier Ärzte, die eine solche Impfung bereits anbieten, so Gesundheitsstadrat Peter Hacker. Jetzt werden mehr Mediziner gesucht, die im Rahmen der geplanten Impfstraße die Spritze ansetzen sollen. Eine offizielle Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) für die Kinder-Impfung gibt es in Österreich noch nicht. Diese könnte aber noch vor Weihnachten folgen. Off-Label-Impfungen sollen bis dahin eher die Ausnahme als die Regel sein, betont das Gesundheitsministerium in einer Stellungnahme. Im Falle eines Impfschadens hafte jedenfalls trotzdem der Bund.

Große Nachfrage durch Eltern

Christoph Wenisch, einer der führenden Infektiologen im Land sagt, er werde seine drei Kinder auf jeden Fall impfen lassen aber erst, „wenn es das offizielle Okay gibt", berichtet das Ö1 Morgenjournal. Hacker begründet die frühzeitige Öffnung einer Kinder-Impfstraße mit dem Druck der großen Nachfrage vonseiten der Eltern. Der Gesundheitsstadtrat betont, dass es sich bei dem Angebot aber lediglich um ein „Möglichmachen“ handelt und nicht um eine Empfehlung.

Auch im Westen Österreichs wird über die Einführung einer Impfstraße für jüngere Kinder diskutiert. Die Tiroler Neos wollen nach dem Wiener Vorbild eine Impfung für 5 bis 12-Jährige möglich machen. "Selbst wenn Kinder in der Regel weniger schwer erkranken, können sie genauso viele Viren aufnehmen und verteilen wie Erwachsene“, so Neos-Klubobmann Dominik Oberhofer. Er hält eine Off-Label-Impfung für sinnvoll, um Schulschließungen und eine Verschleppung der Erkrankung an Eltern und Lehrpersonal zu verhindern.

Kinder-Impfung in den USA bereits angelaufen

Bisher verabreichen nur eine Handvoll Länder Impfdosen an jüngere Kinder, darunter China, Chile, Kuba und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch die USA hat vor wenigen Tagen begonnen, 5 bis 11-Jährige zu vakzinieren. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hatte im Vorfeld eine Notzulassung für die Altersgruppe mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer ausgesprochen.

Wo und wann die österreichische Kinder-Impfstraße anlaufen soll, ist noch unklar. Denkbar ist das Wiener Austria Center, das derzeit die größte Impfstraße des Landes beherbergt. Geimpft werden soll laut Stadt Wien mit Biontech/Pfizer und Moderna. Eine Terminvereinbarung wird auf jeden Fall erforderlich sein.

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