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Coronavirus

9943 Neuinfektionen: Neues Allzeit-Hoch in Österreich

A medical worker holds a test tube after administering a nasal swab to a patient at a coronavirus disease (COVID-19) testing centre in Les Sorinieres
REUTERS
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Der bisherige Höchstwert vor fast genau einem Jahr wurde am heutigen Samstag deutlich übertroffen. 1865 Covid-Erkrankte liegen in Spitälern, 359 auf Intensivstationen.

Mit 9.943 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist am Samstag in Österreich ein neues Allzeit-Hoch seit Ausbruch der Pandemie erreicht worden. Der bisherige Höchstwert vom 13. November 2020 - damals hatte man 9.586 Infektionen verzeichnet - wurde damit deutlich übertroffen. Beim Sieben-Tages-Schnitt hält man mittlerweile bei 7.148 Infektionen pro Tag. Innerhalb eines einzigen Tages sind außerdem weitere 31 Personen an oder mit Covid-19 gestorben.

34 weitere Patientinnen und Patienten mussten seit Freitag auf Covid-Stationen aufgenommen werden. Mittlerweile werden hierzulande in den Krankenhäusern 1.856 Corona-Patienten behandelt, auf den Intensivstationen liegen inzwischen 359 schwer an Covid-19 Erkrankte. Innerhalb einer Woche sind auf den Intensivstationen 86 Covid-19-Patientinnen und Patienten hinzugekommen, seit Freitag waren es drei.

28 Prozent der Fälle in Oberösterreich

Mit 2.791 Infektionen trug Oberösterreich mit fast 28 Prozent aller neuen Fälle maßgeblich zum immer Besorgnis erregenderen Infektionsgeschehen in Österreich bei. 1.788 Neuinfektionen gab es in Niederösterreich, 1.207 in der Steiermark, 1.121 in Wien, 1.021 in Salzburg, 795 in Tirol, 636 in Kärnten, 330 in Vorarlberg und 254 im Burgenland, teilten Innen- und Gesundheitsministerium mit.

Statistisch betrachtet sind im Schnitt in der abgelaufenen Woche in Österreich täglich 19,6 Personen an bzw. mit Covid-19 gestorben. Insgesamt hat Covid-19 seit Ausbruch der Pandemie 11.482 Tote in Österreich gefordert. Aktuell liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 560,1 Fälle je 100.000 Einwohner. Am Samstag gab es in Österreich insgesamt 68.016 aktive Fälle.

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Nur mehr bei vier von zehn Corona-Fällen steht die Infektionsquelle fest. Das geht aus der aktuellen Epidemiologischen Abklärung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) hervor. Demnach konnte bei den in der letzten Oktoberwoche gemeldeten Infektionen in 39,6 Prozent der Fälle ermittelt werden, wie es zu der Ansteckung gekommen war. In der Woche davor lag der Anteil der geklärten Fälle noch deutlich über 50 Prozent.Idealerweise sollten sich mindestens 60 bis 70 Prozent aller Corona-Infektionen auf ihre Quelle zurückführen lassen.

Rückläufig sind auch die Infektionen, die mit einem asymptomatischen Verlauf einhergehen. Während deren Anteil in der letzten Septemberwoche noch bei 29 Prozent lag, sank er in der letzten Oktoberwoche auf 21,5 Prozent. Zurückzuführen dürfte das auf die Delta-Variante sein, die seltener zu asymptomatischen Verläufen führt als ihre Vorgänger.

Rendi-Wagner will "nationale Impfwoche"

Nach der angekündigten Verschärfung der Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte hat SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Samstag Kritik geübt. "Die Regierung hat die letzten Monate nicht genützt und es verabsäumt, für eine höhere Impfbereitschaft zu sorgen. Die Versäumnisse sind Mitgrund dafür, dass die Corona-Situation der Regierung entglitten ist", meinte sie. Aus der Wirtschaft kam Zustimmung zu 2G, gekoppelt mit der Forderung nach Wirtschaftshilfe.

Rendi-Wagner kritisierte, dass von der Bundesregierung neben der zu niedrigen Impfquote monatelang verabsäumt wurde, PCR-Tests in ganz Österreich zur Verfügung zu stellen und das Contact-Tracing auszubauen. Die am Freitagabend präsentierten Maßnahmen bezeichnete sie als notwendig und richtig. "Allerdings wird Aussperren von Ungeimpften alleine nicht reichen." Entscheidend sei, möglichst alle Menschen mitzunehmen, zu unterstützen und von der Impfung zu überzeugen. Sie schlug eine nationale Impfwoche vor: "Ungeimpfte sollten jetzt Briefe mit einem konkreten Impftermin erhalten und auch bereits Geimpfte ihren Termin für den 3. Stich erhalten."

Dringend notwendig wäre es für die SPÖ-Chefin auch, endlich vorausschauend zu handeln und bundesweit für mehr Reservekapazitäten in den Intensivstationen zu sorgen. "Diese Verantwortung muss auch die Regierung tragen und darf die Länder dabei nicht alleine lassen. Wir wissen jetzt, dass das Virus länger bleiben und es nicht die letzte Welle sein wird. Nur mit einer höheren Impfrate und größeren intensivmedizinischen Reserven kann ein Lockdown bei einer weiteren Welle verhindert werden", so Rendi-Wagner.

Kritik von FPÖ

Die FPÖ übte am Samstag weiter Fundamentalkritik am ab Montag gültigen Ausschluss Ungeimpfter von praktisch allen öffentlichen Vergnügungen wie Gasthaus- oder Konzertbesuchen. Der niederösterreichische Landes-FP-Chef Udo Landbauer bezeichnete dies als "nur mehr verrückt". Sein Wiener Kollege Dominik Nepp ortete einen Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung, ähnliches war auch aus der FP-Kärnten zu hören.

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(APA)