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Leitartikel

Die Spätzünder der Coronakrise

10 September 2021: Access and entry only with a valid full coronavirus Covid-19 vaccination or proof of recovery, 2G ru
imago images/Bihlmayerfotografie
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Die Einführung der 2-G-Regel in Österreich ist richtig, aber sie kommt wie so vieles zu spät. Bundesregierung und Bundesländer haben zu lang frohgemut ihre Fehler wiederholt, statt aus ihnen zu lernen.

Von der Führung eines Staates ist zu erwarten, dass sie ein paar Schritte vorausdenkt. Österreichs Bundesregierung und die (meisten) Landeshauptleute stolpern der Ausbreitung des Coronavirus jedoch notorisch zeitverzögert hinterher. Das ist zu Beginn einer Pandemie wahrscheinlich nicht anders möglich, 20 Monate nach dem ersten Lockdown jedoch nur noch peinlich. In Österreich hat man aus Fehlern nicht gelernt, sondern sie einfach frohgemut wiederholt. Dem sorglosen Sommer 2020 folgte der sorglose Sommer 2021, der viel zu späten Reaktion im Herbst 2020 die viel zu späte Reaktion im Herbst 2021. So etwas nennt sich politisches Versagen.

Die Zahlen sprechen ein niederschmetterndes Urteil: Mit fast 10.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichneten die Gesundheitsbehörden am Samstag einen Höchstwert seit Ausbruch der Seuche. In der vierten Welle! Andere Staaten wie Portugal oder Spanien haben dank ihrer hohen Impfquoten das Virus halbwegs im Griff, Österreich stellt neue Rekorde auf. Das ist erbärmlich für ein wohlhabendes Land, das sich im ersten Akt des Corona-Dramas noch großspurig zur „Gruppe der Smarten“ gezählt hat. Viel Schlaues war zuletzt nicht zu erkennen. Es fiel eher das Schleißige auf.