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Blattlinie

Warum der Ex-Kanzler wieder tourt

Wieso man jetzt Dostojewski lesen sollte (am besten nach einem Waldspaziergang). Und wann Türkis Rosa ist.

Sebastian Kurz ist also demnächst wieder auf Bundesländer-Tour. Doch diesmal geht es (vordergründig) nicht um eine Wahl, sondern um Wiedergutmachung. Thomas Prior schildert, wie der Ex-Kanzler das Vertrauen der Parteifreunde in den Ländern zurückgewinnen will – und fragt nach, ob er Chancen hat. Antwort: Zwischen Vorarlberg und Niederösterreich schwanken die gewaltig.

Offen ist, ob Kurz bei diesen „Reden wir darüber“-Gesprächen nur auf die Chats angesprochen werden wird – oder nicht doch auch auf sein Pandemie-Management. Denn Freitagabend war die ÖVP wohl nicht ganz unfroh, dass Kurz nicht mehr im Amt ist. Hat doch die überfällige Kurskorrektur in Sachen Corona quasi amtlich gemacht, was eh kein Geheimnis war: Der türkise Blick auf die Pandemie (vor allem auch jener des früheren Regierungschefs) war zu rosa – und das schon länger. Am Horizont sieht man daher derzeit weniger das viel beschworene Licht, vielmehr winken mögliche regionale Lockdowns. Wie es übrigens zu der abendlichen Bund-Länder-Einigung gekommen ist, erklärt Ihnen Iris Bonavida. Sie blickt hinter die Kulissen des „2-G-Deals“.

Apropos Deal: Die 100-Länder-Einigung beim Weltklimagipfel in Glasgow, die Zerstörung der Wälder (ab 2030) zu stoppen, nehmen Karin Schuh, Wilhelm Sinkovicz und Michael Lohmeyer zum Anlass und fragen in unserer Titelgeschichte: Wie geht es den Wäldern? Und wie gehen wir mit ihnen um? In der Freizeit und als Rohstoffquelle? Und welche Rolle hat „der finstre Tann“ in unserem kulturellen Gedächtnis?

Zu Kultur und Gedächtnis und auch zu finster passt ebenfalls der feine Guide von Anne-Catherine Simon durch den Kosmos von Fjodor Dostojewski. Er hat am 11.11. seinen 200. Geburtstag. Eine Lese-Empfehlung, die Lust aufs Weiter- und Wiederlesen macht.

ulrike.weiser@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2021)