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Vertrauensgrundsatz

Nordic Walker darf man ernstnehmen

Betreiber von Straßenbahnen (im Bild der Grazer Hauptplatz) unterliegen einer besonders strengen Haftung.
Betreiber von Straßenbahnen (im Bild der Grazer Hauptplatz) unterliegen einer besonders strengen Haftung.Clemens Fabry
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Vergeblich argumentierte eine von der Straßenbahn erfasste Frau damit, dass man ihre Gehbehinderung an den Stöcken hätte sehen müssen. Etwas Geld erhält sie aber.

Wien. Wenn man gerade vom Finanzamt hinauskommt, kann man schon einmal in Gedanken versunken sein. Doch heißt es dabei zumindest in Graz aufzupassen. Denn draußen wartet die befahrene Conrad-von-Hötzendorf-Straße auf einen, und auch die Straßenbahn fährt hier entlang. Eine solche erwischte eine Frau, die gerade am Finanzamt gewesen war. Und nun stellten sich noch ganz andere finanzielle Fragen. Kann die Frau Schadenersatz fordern, obwohl sie unachtsam war? Und hätte der Straßenbahnfahrer eher bremsen müssen, weil die Frau mit Stöcken unterwegs war, auch wenn es nur Nordic-Walking-Stöcke waren?

Die Frau wollte auf die andere Seite gehen, um von der dortigen Straßenbahnstation nach Hause zu fahren. Auf der Straße trennt ein Grünstreifen mit unter einem Meter hohen Büschen die Gleise vom Autoverkehr. Von diesen kam die 1,68 Meter große Frau zu den Gleisen. Der Fahrer hatte nach der Station zwar zunächst auf 32 km/h beschleunigt. Als er aber erkannte, dass der erste Stock auf die Straße gesetzt wurde, reagierte der Mann rasch. Er läutete die Warnglocke und leitete eine Notbremsung ein. Erst unmittelbar vor dem Zusammenstoß blickte die Frau in Richtung der Straßenbahn, doch da war es zu spät. Die rechte abgeschrägte Frontecke des Wagens erwischte die Frau in ihrem Gesicht. Und wenngleich die Tramway inzwischen auf zehn km/h heruntergebremst worden war, wurde die Frau in die Büsche geschleudert und erlitt schwere Verletzungen.