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Quergeschrieben

So etablierte man mit „Salamitaktik“ und Druck ein totalitäres System

Vor 65 Jahren wurde der ungarische Volksaufstand niedergeschlagen. Das kommunistische System wütete Jahrzehnte und lehrt uns den Wert der Freiheit.

Der 23. Oktober ist in Ungarn ein nationaler Feiertag. An diesem Tag im Jahr 1956 lösten Studentenproteste einen nationalen Aufstand gegen die Unterdrückung durch die kommunistische Einheitsregierung und die russischen Besatzer aus. Anfänglich war die Revolution erfolgreich, die Kommunisten wurden gestürzt und eine Mehrparteienregierung eingesetzt. Doch dann marschierten russische Truppen ein, es kam zu blutigen Kämpfen, vor allem in Budapest. Tausende Menschen wurden getötet. Die Hilferufe der Aufständischen blieben folgenlos. Die internationale Staatengemeinschaft protestierte zwar, griff aber nicht ein, denn zeitgleich war diese mit der Suezkrise beschäftigt. Nach zwei Wochen unterlagen die Ungarn der Übermacht.

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Die Folgen waren schrecklich: Zehntausende Ungarn wurden verhaftet, hingerichtet oder in russische Gulags deportiert, die nur ein Teil von ihnen überlebte. Die kommunistische Führung rächte sich mit „Säuberungen“ und Schauprozessen, die meist mit Hinrichtungen endeten. Hunderttausende Ungarn flohen ins Ausland, vor allem nach Österreich, wo erst im Jahr zuvor die russischen Truppen abgezogen waren. Eine Symbolfigur des Widerstands war Kardinal Jószef Mindszenty: Er war von den Kommunisten wegen seiner öffentlichen Kritik verfolgt worden. 1956 floh er in die US-Botschaft in Budapest, wo er viele Jahre lang ausharrte – entgegen dem Wunsch des Vatikans, der mit den Kommunisten ein Arrangement anstrebte.