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Interview

Ökonom Robert Östling: „Lottogewinnern geht es psychisch besser“

Morethanwords PhotodesignAB
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Die meisten Lottogewinner verprassen ihr Geld nicht, sondern gehen vernünftig damit um, sagt der schwedische Ökonom Robert Östling. Sie konsumieren seltener Antidepressiva und sind zufriedener mit ihrem Leben.

Die Presse: Sie haben für Ihre Studien die Lebensverläufe von Lottogewinnern untersucht und diese über viele Jahre immer wieder befragt. Gibt es etwas, was Sie besonders überraschte?

Robert Östling: Wir haben Gewinner von großen mit Gewinnern von kleinen Summen verglichen. Der höchste Gewinn betrug 1,5 Millionen Euro, es waren also keine riesigen Summen. Ich war vor allem überrascht, wie vernünftig sich die Gewinner verhielten. Wir haben uns angesehen, wie viel sie nach dem Gewinn in ihrem Beruf weitergearbeitet haben. Ich hatte erwartet, sie würden ihre Jobs aufgeben, das Geld verprassen und dann wieder zu arbeiten beginnen. Das hat sich nicht bestätigt.

Sondern?

Sie handelten sehr vorausschauend. Einige hörten auf zu arbeiten. Aber viele haben lediglich ihre Arbeitszeit etwas reduziert und blieben lang auf diesem niedrigeren Level. Sie gaben das Geld nicht schnell aus. Einiges schon, aber nach zehn Jahren hatten sie immer noch Geld übrig. Wir haben sie vom Jahr nach dem Gewinn bis zu 20 Jahre danach begleitet.