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Morgenglosse

Wirklich wichtig ist nur der Wirtshaus-Besuch

Prioritäten in Österreich: Zum Stammtisch und zum Friseur
Prioritäten in Österreich: Zum Stammtisch und zum FriseurDie Presse, Clemens Fabry
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Die Gesundheit, könnte man meinen, ist vielen Menschen in Österreich relativ egal. Wichtiger ist der Besuch beim Wirten.

Die Gesundheit, könnte man meinen, ist vielen Menschen in Österreich relativ egal. Wichtiger ist das gesellschaftliche Leben. Oder anders ausgedrückt: Hauptsache wir können zum Wirten und auch zum Friseur gehen. Sich impfen zu lassen, um wenigstens sich selbst, wenn schon nicht die anderen zu schützen, war bis jetzt einem leider viel zu großen Teil der Bevölkerung nicht wichtig genug. Zu groß erschien die eigene Unverwundbarkeit, zu groß die Bequemlichkeit sich in den nächsten Impfbus zu setzen.

Jetzt aber sieht die Sache für viele offenbar anders aus. Plötzlich hat man es eilig, eine kostenlose Impfung gegen das Corona-Virus zu erhalten. Geduldig warten die Menschen vor Impfzentren auf etwas, was in den vergangenen Monaten wesentlich bequemer und schneller zu haben war. Woher der plötzliche Sinneswandel kommt, ist klar. An wissenschaftlichen Erkenntnissen kann er nicht liegen, die haben sich im Laufe der Pandemie, zumindest was die Empfehlung für eine Impfung betrifft, nicht geändert.

Und irgendwie kommen Erinnerungen an den Anfang des Jahres auf. Da hat der dringende Appell der Politik, sich testen zu lassen, anfangs wenig Wirkung gezeigt. Bis sich dann, im Februar nach Ende des Lockdowns, plötzlich lange Schlangen vor Apotheken und Teststraßen gebildet haben. Man brauchte dringend ein (negatives) Test-Ergebnis, um endlich wieder zum Friseur zu gehen. Stellt sich nur die Frage, warum sich in der Politik so lange niemand an diesen durchwegs positiven Effekt erinnert hat. Oder wollte man vielleicht nicht, weil in einem Bundesland gewählt wurde. Besser spät als nie, heißt es dann gerne. Das stimmt zwar nach wie vor. Aber das hört man in dieser Pandemie leider recht oft.

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