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Serienstar

Nina Proll: „Ich halte 2-G für menschlich verwerflich“

++ HANDOUT ++ INTERVIEW MIT SCHAUSPIELERIN NINA PROLL
Nina Proll(c) APA/MARTIN HÖRMANDINGER
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„Ich habe nichts gegen die Impfung“, sagt die Schauspielerin. Aber wenn der Gleichheitsgrundsatz nicht gelte, „dann leben wir nicht mehr in einer Demokratie“. Ab 7. Dezember ist Nina Proll in der neuen Servus-TV-Serie „Aus die Maus“ zu sehen.

Am 7. Dezember startet die achtteilige Servus TV-Serie „Aus die Maus“. Nina Proll spielt darin eine Schauspielerin, die nach ihrem Rausschmiss aus einer Serie in einer Tierbestattungsfirma anfängt. Die Serie handle „von Menschen, die mit einem Tier ein Lebensthema verknüpfen, und dieses Thema arbeite ich mit ihnen ein bisschen ab“, erzählt Proll im Interview mit der APA. „Meine Figur Bianca kommt ungewollt in den Genuss, sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen zu müssen, obwohl sie sich insgeheim denkt: Oh Gott, wie komme ich dazu? Das hat dann durchaus eine Komik, auch weil Bianca eigentlich mit Tieren gar nichts anfangen kann. Jede Folge hat dann aber etwas Versöhnliches am Ende. Man ist einem Menschen etwas nahegekommen, den man unter anderen Umständen nie freiwillig kennengelernt hätte, und hat vielleicht etwas voneinander gelernt.“

Regie bei „Aus die Maus“ führte Uli Brée, der auch das Drehbuch schrieb – wie auch die Drehbücher zu den „Vorstadtweibern“, bei denen Proll eine Hauptrolle spielte. Brée und Proll hätten „eine lange Geschichte, die nicht immer harmonisch war“, sagt die Schauspielerin. „Auch wir hatten schon Auseinandersetzungen um Bücher, inhaltliche und künstlerische Diskussionen, die nicht immer erfreulich waren, aber wir haben das Gott sei Dank beide gut ausgehalten. Wir haben einmal ein Jahr lang nicht miteinander gesprochen, aber einen Weg gefunden, neugierig aufeinander zu bleiben und wieder aufeinander zuzugehen.“

Sie selbst nimmt sich kein Blatt vor den Mund. „Das habe ich mir aber erarbeitet. Ich glaube, dass es mir wirklich gelungen ist, mich von vielen Zwängen zu befreien - umso mehr tue ich mir schwer, weil ich jetzt so vielen Zwängen ausgesetzt bin. Damit kann ich ganz schlecht umgehen“, sagt Proll. „Ich fühle mich manchmal wie in der Pubertät, wo mein Vater mir gesagt hat, was ich studieren soll, wie ich mich benehmen soll, welche Männer ich treffen soll und welche nicht, und was man überhaupt als Frau alles zu tun und zu lassen hat. Ich habe das Gefühl, ich hatte mich davon wirklich erfolgreich befreit - und jetzt ist es wieder so, dass mir jemand sagt, was ich tun und wie ich leben soll. Damit komme ich ganz schlecht zurecht.“

Manche Kollegen würden nach ihrem umstrittenen Aussagen zu Corona gar nicht mehr mit ihr reden, erzählt Proll. „Andererseits kommen Menschen auf mich zu, von denen ich es gar nicht erwartet hätte, die mein Bemühen für eine offene Gesellschaft nicht als "feindlich" empfinden. Aber ich kann einfach nicht anders als meine wirkliche Meinung zu sagen, wenn ich gefragt werde. Alles andere ist für mich Zeitverschwendung. Und ich erwarte auch, dass mit mir offen und ehrlich kommuniziert wird. Ich halte Ehrlichkeit aus. Schauspielen tu ich auf der Bühne.“

Kritisch äußert sie sich zum Österreichische Produzentenverband: Dieser wolle „in vorauseilendem Gehorsam möglichst viele Geimpfte am Set haben“. Deswegen seien Schauspieler sowie Teammitglieder bei manchen Produktionen unter Druck gesetzt worden. Sie selbst habe das aber nicht betroffen, sagt Proll: „Ich bin genesen. Es hat mir das Leben sehr erleichtert, dass ich Antikörper habe, ohne dass ich jemals bemerkt habe, dass ich krank bin.“ Wie das in Zukunft gehandhabt werde, könne sie aber nicht abschätzen: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das eine freie Entscheidung sein soll. Ich habe nichts gegen die Impfung und möchte auch niemanden belehren. Ich möchte nur auch leben dürfen als Nicht-Geimpfte.“

Die 2-G-Regelung hält die Schauspielerin für „keine medizinische, sondern eine rein pädagogische Maßnahme, um nicht zu sagen: schwarze Pädagogik“, so Proll. „Dass Geimpfte das Virus genauso verbreiten wie Nicht-Geimpfte, ist empirisch erwiesen. Ich halte 2-G schlichtweg für unmoralisch und menschlich verwerflich, denn der Ausschluss von vollkommen unbescholtenen und gesunden Menschen aus dem gesellschaftlichen, öffentlichen Leben ist definitiv inakzeptabel. Wenn der allgemeine Gleichheitsgrundsatz nicht mehr gilt, wir also nicht mehr alle gleich an Würde und Rechten sind, sondern uns dafür erst 'qualifizieren' müssen, dann leben wir nicht mehr in einer Demokratie.“

Proll in Serie

„Aus die Maus“ ist ab 7. Dezember auf Servus TV zu sehen. Die sechste und letzte Staffel „Vorstadtweiber“ wird voraussichtlich ab Jänner im ORF ausgestrahlt.

(APA/Red.)