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Opernball

Abschied von der Opernball-Chefin

Opernball-Gruppenbild mit Internist: Birgit Reitbauer, Berater Siegfried Meryn, Maryam Yeganehfar, Nadja Swarovski, Katha Häckel-Schinkinger, Bogdan Roščić (v. l.).(c) APA/HANS PUNZ
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Statt einer Chefin bekommt der Ball ein Expertinnen-Komitee - in dem etwa Nadja Swarovski und Birgit Reitbauer sitzen. Ob er stattfinden kann, müsse „in den nächsten Wochen“ entschieden werden.

Er habe sich in seinem Leben vieles erwartet, „aber nicht, dass ich zur Pressekonferenz zum Opernball hier sitzen würde“: Dass der Internist Siegfried Meryn mit Staatsoperndirektor Bogdan Roščić am Dienstag am Podium Platz nahm, war bezeichnend. Ging es doch weniger um den Ball selbst als um die Frage, ob es ihn überhaupt geben wird. Antwort gab es vorerst keine. „Ich kann Ihnen heute nicht sagen, ob der Opernball stattfinden wird“, so Roščić.

Was aus dem Termin im Mahler-Saal jedenfalls klar wurde: Die Funktion einer eigenen Opernball-Organisatorin ist passé. „Gastgeberin ist die Wiener Staatsoper selbst“, erklärte Roščić. Ein großes hausinternes Team, vorrangig aus Eventmarketing, Gebäudeverwaltung, Technik und Presse, sorge (wie grundsätzlich schon bisher) für die Organisation. Dabei werde die Oper künftig von einem ehrenamtlichen Komitee unterstützt, dessen Mitglieder über Expertise und Netzwerke in konkreten Bereichen verfügen würden. Allen voran Nadja Swarovski, die freilich im Kristallkonzern nicht mehr operativ tätig ist und auch nicht als Vertreterin des Unternehmens im Komitee sitze, sondern als international bestens vernetzte Expertin für Mode, Design und Nachhaltigkeit.

Steirereck-Patronne Birgit Reitbauer wiederum werde sich allen Bereichen widmen, die mit Essen und Trinken zu tun haben, Maryam Yeganehfar, Gründerin der international tätigen Eventagentur Yam Yam, der Raumgestaltung und Eventplanung. Katha Häckel-Schinkinger, Mitbegründerin des Social Business „Habibi und Hawara“ und heute Kommunikationsleiterin der Caritas, vertritt im Komitee schließlich den neu gegründeten Offiziellen Freundeskreis der Wiener Staatsoper. Selbiger hat das Ziel, Mittel für Nachwuchsarbeit zu lukrieren – wobei nicht nur Kinder und Jugendliche gemeint seien, sondern auch „neue Zielgruppen unabhängig von Einkommen und Bildung.“ Mitglieder des Freundeskreises haben für die Ballkarten ein Vorkaufsrecht.

Apropos Karten: Die 5300 Eintrittskarten sind ausverkauft, ebenso die Ranglogen und die Tickets für die Generalprobe – wenngleich es vorige Woche erste Stornos gegeben habe. „Besonders drastisch“ nennt Roščić die jüngsten Entwicklungen. Generell könne man den Opernball nicht ohne monatelange Vorarbeiten veranstalten; seit dem Sommer habe man ihn daher „mit vorsichtigem Optimismus“ geplant. Auch Investitionen in die Infrastruktur in Höhe eines niedrigen sechsstelligen Betrags seien getätigt worden – Dinge, „die Jahr für Jahr wieder gebraucht werden.“

Wenn der Ball stattfinde, dann jedenfalls nur mit eigenem Sicherheitskonzept, das noch einmal „um einiges strenger“ wäre (nach aktuellem Stand; 2G plus) als jenes der Staatsoper. Beraten wird die Staatsoper dabei von jener Expertengruppe, die auch die Stadt Wien bei Großereignissen berät. Ob der Ball letztlich stattfinden wird oder nicht, sei freilich nicht alleinige Entscheidung der Staatsoper, sondern letztlich eine des Eigentümers und damit der Republik.

„Können Option nicht beliebig lang offen halten“

Einer möglichen Reduktion der Personenzahl (nach der sich die zuständige MA 36, die den Ball genehmigen muss, schon erkundigt habe) steht Roščić jedenfalls skeptisch gegenüber. „Wie – wenn der Ball ausverkauft ist?“ Genehmigen würde die Behörde das Sicherheitskonzept freilich ohnehin erst „Ende Jänner, Anfang Februar“ angesichts der dann herrschenden Lage.

Mitbedenken müsse man aber auch die Tatsache, dass der Ball auch ein fest verplanter Einnahmenfaktor im Budget sei, der viel Geld koste (allein die vier Abende, an denen nicht gespielt werden kann, bedeuten einen Verlust von bis zu 200.000 Euro Umsatz pro Abend) und am Ende Gewinn bringen müsse. Man werde, so Roščić, daher „alles so weit hinauszögern wie möglich“ – eine Frage der eigenen Leidensfähigkeit und jener der Partner. „Aber man kann die Option nicht beliebig offen halten. Das Ziel ist, in den nächsten Wochen eine Entscheidung herbeizuführen.“