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Coronavirus

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Wann impfen, mit welchem Impfstoff, worauf muss ich mich einstellen? Ob erste oder dritte Impfung - die meisten Österreicher müssen sich derzeit wieder mit der Corona-Impfung beschäftigen. Eine Sammlung der wichtigsten Fragen und Antworten.

Nicht ganz ein Jahr sind die Coronaimpfungen in Österreich im Einsatz. Vieles ist bereits bekannt, doch neue Studien liefern laufend neue Erkenntnisse. Nicht ganz einfach also, den Überblick zu bewahren. Eine Sammlung der wichtigsten Fragen und Antworten:

Welche Impfstoffe werden derzeit in Österreich verimpft und wie funktionieren sie?

In Österreich sind derzeit Impfstoffe von Biontech und Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson (Janssen) sowie AstraZeneca im Einsatz. Österreich setzt hauptsächlich auf den Impfstoff „Comirnaty“ von Biontech und Pfizer - derzeit zu über 90 Prozent. Es handelt sich dabei, so wie bei jenem von Moderna, um einen mRNA-Imfpstoff. Dabei wird ein Bauplan des sogenannten Spikeproteins verabreicht, sodass die menschlichen Zellen die Erregerbestandteile selbst produzieren können. In Folge werden Antikörper und Abwehrzellen gegen das Spikeprotein des Virus gebildet. Die in den Impfstoffen enthaltene mRNA wird nach der Impfung nicht ins menschliche Erbgut eingebaut, sondern nach einigen Tagen im Körper abgebaut. 

Bei den Impfstoffen von Johnson & Johnson und AstraZeneca handelt es sich um Vektorimfpstoffe. Dabei wird ein Vektorvirus verimpft, das sich aber nicht vermehren kann. Geimpfte Personen können also keine
Impfviren auf andere Personen übertragen. Das Vektorvirus enthält wiederum die genetische Information für das Spikeprotein, woraufhin Zellen dieses dann selbst herstellen. Wiederum können sich dann Antikörper bilden.

Weitere Impfstoffe sind in Arbeit - unter anderem Totimpfstoffe, die Anfang 2022 auf den Markt kommen könnten. Was von ihnen zu erwarten ist und warum sich das warten nicht lohnt, lesen Sie hier.

Wie wirksam sind die Covid-Impfstoffe?

Laut Studienergebnissen liegt die Wirksamkeit der Impfung bei folgenden Werten:

  • „Corminaty" von BioNTech/Pfizer: etwa 95 Prozent
  • „Spikevax" von Moderna: etwa 95 Prozent
  • „Vaxzevria" von AstraZeneca: bis zu 80 Prozent
  • „Janssen" von Johnson & Johnson: etwa 65 Prozent

Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, an Sars-CoV-2 zu erkranken, bei den mit BioNTech/Pfizer sowie Moderna geimpften Personen um 95 Prozent geringer ist als bei den nicht geimpften Personen. Die Schutzwirkung bei AstraZeneca ist etwas geringer. Es wird deswegen die Kombination des Vektorimpfstoffs mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die Impfstoffe BioNTech und Pfizer und Moderna sowie der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca zudem eine hohe Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere Coronavirus-Erkrankung.

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson legten die Zulassungsstudien nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken um etwa 65 Prozent geringer sei als bei nicht geimpften Personen. Eine schwere Erkrankung, die eine Behandlung im Krankenhaus notwendig macht, wurde mit 100 Prozent verhindert. Aktuelle Studien deuten jedoch darauf hin, dass für den Janssen-Impfstoff - im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen - eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht. Eine schwere Erkrankung kann eine einzelne Dosis dieses Impfstoffs nur zu 70 Prozent verhindern.

Kann es trotz Impfung zu einer Erkrankung kommen?

Ja, da die Impfung keinen 100-prozentigen Schutz bietet. Wenn bei einer vollständig geimpften Person eine Coronainfektion mit Symptomen festgestellt wird, spricht man von einem Impfdurchbruch (davon abzugrenzen sind asymptomatische Verläufe unter vollständig Geimpften).

Dass es mit steigender Impfquote zu immer mehr Impfdurchbrüchen kommt, ist zu erwarten. Mit steigender Impfquote sind unter den Erkrankten auch anteilsmäßig immer mehr Geimpfte zu erwarten. Auch die Anzahl der aktiven Fälle ist ausschlaggebend: Je mehr aktive Fälle es gibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, sich als Geimpfter zu infizieren.

Obwohl die Impfstoffe sehr wirksam sind, können sie nicht alle Infektionen bei Geimpften verhindern. Sie sorgen aber dafür, dass Infektionen deutlich weniger häufig vorkommen und dass schwere Krankheitsverläufe bei Geimpften sehr selten werden.

Sollen sich Kinder auch impfen lassen?

Kinder und Jugendliche erkranken im Vergleich zu Erwachsenen zwar selten schwer an Corona, dennoch kommen schwere Krankheitsverläufe in Österreich vor. So muss eines von 500-1000 infizierten Kindern und Jugendlichen ins Krankenhaus, oft auch auf die Intensivstation. Außerdem  mehren sich Hinweise, dass auch Kinder und Jugendliche nach milden und asymptomatischen Verläufen langfristig unter den Folgen einer Coronainfektion leiden können.

Die Impfstoffe BioNTech und Pfizer sowie von Moderna sind derzeit ab dem vollendeten 12. Lebensjahr zugelassen, und zwar in derselben Dosierung wie bei Erwachsenen.

Für Kinder unter 12 Jahren wird eine Impfung vom Gesundheitsministerium derzeit nicht empfohlen, eine „Off-Label"-Impfung ist aber bei manchen Ärzten möglich. Die Stadt Wien hat angekündigt, eine Impfstraße für Fünf- bis Zwölfjährige einzurichten. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will noch möglichst vor Weihnachten entscheiden, ob sie eine Empfehlung für Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausspricht. 

 

Bin ich, wenn ich mich trotz Impfung infiziere, weiterhin ansteckend?

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung positiv wird, ist viel geringer, als wenn die Person nicht geimpft ist. Bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion haben, ist die Virusausscheidung kürzer als bei ungeimpften, coronapositiven Personen. In welchem Ausmaß die Impfung die Übertragung des Virus reduziert, steht derzeit aber noch nicht fest.

Zudem ist zu beachten, dass der Impfschutz über die Zeit nachlässt und die Wahrscheinlichkeit, trotz Impfung PCR-positiv zu werden, zunimmt. Das Risiko, das Virus möglicherweise auch unbemerkt an andere Menschen zu übertragen, ist also gegeben und kann durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) zusätzlich reduziert werden.

 

Welche Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung sind normal?

Nach der Corona-Schutzimpfung können zu erwartende Reaktionen des Körpers auf den Impfstoff spürbar sein, die gewöhnlich innerhalb weniger Tage von selbst abklingen, etwa Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle, und allgemeine Reaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein. Diese Beschwerden sind ein Zeichen dafür, dass sich der Körper mit dem Impfstoff auseinandersetzt, was in Folge zu einer Schutzwirkung führt. 

Geimpfte sollten ihren Gesundheitszustand, wie auch nach anderen Impfungen oder der Einnahme von Medikamenten, beobachten. Innerhalb von drei Tagen nach der Impfung wird körperliche Schonung empfohlen, Leistungssport sollte vermieden werden.

Sollte es zu Nebenwirkungen kommen, die länger als drei Tage nach der Impfung anhalten oder neu auftreten (z.B. Schwindel, schwere und anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit/Erbrechen, Luftnot, akute Schmerzen, Herzklopfen, kleine Blutflecken unter der Haut), sollte ein Arzt kontaktiert werden. Thromboembolische Ereignisse (Blutgerinnsel) bzw. Thrombopenie (Verminderung von Blutplättchen) müssen abgeklärt werden, sind jedoch höchst selten.

 

Sollen sich Schwangere impfen lassen?

Da Schwangere ein höheres Risiko haben, schwer an Corona zu erkranken, empfiehlt das Nationale Impfgremium die Impfung ausdrücklich, idealerweise ab dem zweiten Trimester. Die Impfung für Schwangere ist zwar noch nicht offiziell zugelassen und wird „off-label“ verabreicht, mittlerweile belegen aber immer mehr Studien die Sicherheit der Corona-Impfung für Mutter und ungeborene Kinder.

Auch Frauen, die einen Kinderwunsch haben, wird die Impfung unbedingt empfohlen. Im besten Fall sollte man vollimmunisiert sein, bevor mit der Verwirklichung des Kinderwunsches begonnen wird. Die Impfstoffe haben entgegen häufiger Behauptung keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Wie lange hält die Schutzdauer an?

Die genaue Dauer, wie lange man nach einer Corona-Schutzimpfung geschützt ist, ist derzeit noch bei keinem Impfstoff ausreichend bekannt. Das Nationale Impfgremium empfiehlt jedenfalls aufgrund der derzeitigen Datenlage eine Auffrischungsimpfung. Studien zeigen, dass mit einer weiteren Dosis Infektionen, Impfdurchbrüche und damit auch Krankenhausaufenthalte reduziert werden können.

Nach neun Monaten dürfte die Schutzwirkung der Impfung signifikant abfallen. Jüngsten Studien zufolge ist mit einer Abnahme der Wirksamkeit schon nach vier Monaten zu rechnen – und zwar beträgt der Schutz von schweren Erkrankungen dann nur noch rund 80 Prozent. Ein weiterer Sprung ist nach sechs Monaten zu beobachten, nach neun Monaten sinkt der Schutz auf etwa 60 bis 70 Prozent.

Wie lang man tatsächlich geschützt ist, hängt aber auch von Alter und körperlicher Verfassung der Geimpften ab. So ist es durchaus möglich, dass jüngere gesunde Menschen deutlich länger als ein Jahr über einen hohen Impfschutz verfügen. Nach der dritten Dosis wird mit einer Schutzdauer von mindestens neun bis zwölf Monaten gerechnet. 

 

Wann sollte man seine Impfung mit einer dritten Dosis auffrischen lassen?

Das Nationale Impfgremium (NIG) hat am 4. Novmber seine Empfehlung aktualisiert. für die Covid-19-Impfung aktualisiert. Die Kommission aus 18 Expertinnen und Experten sprach sich dafür aus, dass jeder volljährige Geimpfte sechs Monate nach der zweiten Impfung ein Angebot für eine dritte Dosis bekommen soll.

Für Risikogruppen ist die dritte Impfdosis nach einem halben Jahr sogar „dringend empfohlen“. Das betrifft zum einen über 65-Jährige, Alters- und Pflegeheimbewohner, Risikopatienten oder mit zwei Dosen AstraZeneca Geimpfte, zum anderen bestimmte Berufsgruppen mit hohem Ansteckungsrisiko wie medizinisches Personal und Pädagoginnen und Pädagogen.

Bestimmte Personen können in Ausnahmefällen sogar schon nach vier Monaten nach der zweiten Impfdosis mit der dritten Dosis geimpft werden. Als Ausnahmefälle nennt das NIG etwa den Antritt einer längeren Reise oder ein besonders hohes Expositionsrisiko. Eine verkürztes Intervall ist laut NIG in Ausnahmefällen auch für Menschen möglich, die doppelt mit AstraZeneca immunisiert wurden, wenngleich hier die grundsätzliche Empfehlung weiterhin sechs Monate sind.

 

Soll ich vor einer Auffrischungsimpfung meine Antikörper bestimmen lassen?

Es ist nicht bekannt, ab welchem Wert bei einem Antikörperspiegel von einem ausreichenden Schutz vor der Erkrankung ausgegangen werden kann. Es ist daher auch nicht empfohlen, vor einer Impfung oder deren Auffrischung mittels Antikörpertestung zu prüfen, ob weiterhin ein Schutz vor Covid-19 besteht. Ganz im Gegenteil: Auch wenn eine Immunität besteht - sei es durch eine Impfung oder eine Erkrankung - gibt es für eine Auffrischungsimpfung keine Sicherheitsbedenken.