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Sonderpreis

Die Quelle wertet mit Integration Betrieb auf

Die-Quelle- Geschäftsführerin Karin Hainzer und ihr Team – vorn sitzend die Mitarbeiterinnen Marlies und Sarah.(C) Die Quelle
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Sonderpreis. Im Massagefachinstitut aus Lienz ist die Geschäftsleitung überzeugt, dass das gesamte Team durch die Integration von Menschen mit Behinderung noch leistungsfähiger wird.

Eine Grundregel des Massagefachinstituts Die Quelle in Lienz lautet: Wir behandeln uns gegenseitig mit Respekt. Geschäftsführerin Karin Hainzer nimmt das in allen Belangen wortwörtlich – daher ist für sie auch selbstverständlich, auf Inklusion zu setzen. Sie hat sieben Mitarbeiterinnen, davon sind zwei Menschen mit Behinderung (MmB): eine Masseurin mit Sehbeeinträchtigung und eine Mitarbeiterin mit Down-Syndrom.

„Die Idee entstand aus zwei Emotionen heraus“, erzählt Hainzer. „Einerseits war mir schon immer bewusst, dass Mensch mit vermindertem Sehvermögen ihre Stärken auf anderen Gebieten ausüben. Die Gelegenheit ergab sich, dass eine Mitarbeiterin mit beeinträchtigtem Sehfeld in meinen Betrieb kam und ich ihre großartigen Fähigkeiten im Erspüren durch ihre Hände und im Erkennen von emotionalen Befindlichkeiten meiner Kunden nutzen durfte.“

Der Geschäftsführerin wurde auch ein zweites, sehr schüchternes und zurückgezogenes Mädchen vorgestellt, für das eine Möglichkeit gesucht wurde, ein wenig mehr in unsere Gesellschaft integriert zu werden. „Die Eltern von Sarah kümmerten sich rührend um sie, Anschluss an Menschen außerhalb des Familienkreises war jedoch nur bedingt vorhanden.“ Nach Gesprächen mit Verantwortlichen der Institution Arbas und des Projektes „Mittendrin“ nahm Karin Hainzer die Gelegenheit wahr, Sarah in ihr Team aufzunehmen. „Beide Damen möchte ich keine Sekunde mehr in meinem Umfeld missen.“

Auch die Kunden des Massagefachinstituts haben die beiden Mitarbeiterinnen Sarah und Marlies längst ins Herz geschlossen. „Wenn eine der Damen nicht im Betrieb ist, sei es durch Urlaub oder andere Gründe, fällt es jedem sofort auf“, sagt Hainzer.
Da es sich bei Die Quelle um einen Gesundheitsbetrieb handelt, ist ein behindertengerechtes Umfeld allein schon für die Kunden notwendig. Daher waren auch die Rahmenbedingungen zur Aufnahme von MmB leicht umsetzbar.

Sonderpreis:

Bei ALC gibt es abseits des zahlenbezogenen Wettbewerbs einen Sonderpreis Inklusion. Dieser wird an ein Unternehmen vergeben, das sich beispielgebend hervortut bei der Integration von Menschen mit Behinderung in das und in dem beruflichen Leben. Der Preis wird gemeinsam mit Zero Project vergeben.

Kriterien für die Bewertung sind: Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen (MmB) vornehmlich im ersten Arbeitsmarkt; Entwicklung und Umsetzung mit Herz und Engagement; Nachhaltigkeit und Kontinuität der Integration von MmB; Vorbildwirkung für andere Unternehmen.

Die Evaluierung des Landessiegers erfolgte durch eine namhafte Fachjury. In Tirol erging der Award an das Massagefachinstitut Die Quelle in Lienz. Begründung der Jury:

Der kleine Betrieb mit sieben Angestellten beschäftigt eine Masseurin mit Sehbeeinträchtigung und eine Mitarbeiterin mit Down-Syndrom. Das hohe Einfühlungsvermögen der sehbeeinträchtigten Mitarbeiterin wird in der Massage genützt und von den Kunden geschätzt. Das fröhliche Wesen der Mitarbeiterin mit Down-Syndrom wirkt sich spürbar auf die Kundenzufriedenheit und das Betriebsklima aus. Als besonders positiv hebt die Jury hervor, dass qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse angeboten werden, bei denen die Personen entsprechend ihrer speziellen Fähigkeiten eingesetzt werden, und dass diese durch die Firmeneigentümerin systematisch weiterentwickelt werden.