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COP26

Klimaaktivistin Vanessa Nakate - Mehr Sichtbarkeit für den globalen Süden

Vanessa Nakate bei der UNO Klimakonferenz in Glasgow.
Vanessa Nakate bei der UNO Klimakonferenz in Glasgow.(c) Chris Furlong
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Klimaaktivistin Vanessa Nakate aus Uganda wurde bereits einmal von einem Foto mit europäischen Aktivistinnen abgeschnitten. Auch bei der UNO-Klimakonferenz in Schottland würden Aktivistinnen und Aktivisten aus dem globalen Süden kein Gehör finden, sagt sie.

Im Jänner 2020 wurde Vanessa Nakate von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) auf einem Gruppenfoto abgeschnitten, das sie gemeinsam mit den europäischen Klimaaktivistinnen Greta Thunberg, Loukina Tille, Luisa Neubauer und Isabelle Axelsson auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte. Ein symbolischer Fauxpas, denn während europäische Aktivistinnen und Aktivisten viel mediale Aufmerksamkeit bekommen, werden jene des globalen Südens wenig gezeigt.

Gerade auf dem afrikanischen Kontinent leiden Communitys und Nationalstaaten ganz besonders unter den Auswirkungen der Klimakrise: Überschwemmungen und Dürreperioden haben dort fatale Auswirkungen wie Hungersnöte. Und das, obwohl in Afrika bedeutend weniger CO2 ausgestoßen wird als anderswo. Nakate sebst, mehrfach als eine der einflussreichsten Afrikanerinnen ausgezeichnet, zeigte sich damals betroffen und twitterte: „Ihr habt nicht nur ein Foto gelöscht, sondern einen Kontinent.“ 

In den Hintergrund gedrängt

Auch zur gerade andauernden UNO-Klimakonferenz in Schottland ist Nakate angereist, um auf Demonstrationen zu sprechen und darauf aufmerksam zu machen, dass die im Jahr 2015 in Paris versprochene Summe von 100 Milliarden Dollar für besonders von der Klimakrise betroffene, ärmere Länder, bisher nicht eingelöst wurde. Doch auch hier hätte Nakate eine diskriminierende Erfahrung gemacht, die sie an jene in Davos erinnern würde, wie sie in einem Interview mit dem US-amerikanischen Radiosender NPR erzählt.

„An meinem ersten Tag auf der Konferenz hab ich gemeinsam mit Greta Thunberg die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon getroffen. Manche Medien haben mich auch auf dem Bild gezeigt, aber dann geschrieben, Greta trifft die Regierungschefin!“ Das sei nicht nur ihre individuelle Erfahrung, viele Aktivistinnen und Aktivisten aus dem globalen Süden würden sich auf der Konferenz in den Hintergrund gedrängt fühlen.

Diversität in der Klimabewegung

Ihre Erfahrungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos haben Nakate dazu veranlasst, ein Buch zu schreiben, in der deutschen Übersetzung heißt es „Unser Haus steht längst in Flammen. Warum Afrikas Stimme in der Klimakrise gehört werden muss“. Wie die Klimakrise benachteiligte Regionen der Welt besonders betrifft, darüber spricht sie auch im Interview: „Wir sind alle Afrika, in dem Sinne, dass die Folgen der Klimakrise, wie sie gerade in Afrika in Erscheinung treten, genauso in anderen Ländern der Erde in Erscheinung treten werden, wenn Regierungen nicht bald etwas dagegen unternehmen.“ 

In ihrem Buch berichtet Nakate über ihren Weg in den Aktivismus und wie die Klimabewegung in Uganda gewachsen ist. Für Klimagerechtigkeit und Chancengleichheit müssten alle Stimmen gehört werden. Auch auf Twitter macht Nakate auf die Initiative #Solvingit26 aufmerksam, die Klimaaktivistinnen und -aktivisten aus dem globalen Süden Sichtbarkeit und Gehör verschaffen soll.

„Unser Haus steht längst in Flammen. Warum Afrikas Stimme in der Klimakrise gehört werden muss“ ist im Rowohlt Polaris Verlag erschienen, übersetzt von Sabine Längsfeld.

240 Seiten, 16€

(chrima)