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Nachhaltigkeit.

Grüner Paketversand

Die Post startet gemeinsam mit fünf Handelsunternehmen ein Pilotprojekt für ökologische Mehrwegverpackungen.

Mit dem Siegeszug des Onlinehandels ist das Paketaufkommen und damit verbunden die Zahl der Verpackungen deutlich gestiegen. So hat die Österreichische Post allein im Dezember 2020 mehr als 18 Millionen Pakete an österreichische Haushalte zugestellt. Bisher landeten diese Verpackungen meist im Müll, doch das soll sich bald ändern: Ab Februar werden im Rahmen eines Pilotprojekts 10.000 Mehrweg-Verpackungen in Umlauf gebracht, die den Paketversand „grüner“ machen sollen.

 

Einfache Handhabung

Als Testpartner gewonnen wurden die fünf Handelsunternehmen DM, Interspar Weinwelt, Intersport, Tschibo und Thalia – sie werden im Rahmen des Projekts einen Teil ihrer Produkte in den wiederverwendbaren Verpackungen mit der Post verschicken. „Wichtig ist, dass Versender und Empfänger an einem Strang ziehen“, betont Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik bei der Österreichischen Post.

Damit das klappt, soll der Aufwand bei der Rücksendung der Verpackungen möglichst klein gehalten werden: Die Verpackungen können anhand einer einfachen Anleitung gefaltet und über Briefkästen, Geschäftsstellen der Post, SB-Zonen oder direkt mit dem Zusteller wieder an die Handelspartner retourniert werden. Dort werden sie gereinigt und gehen erneut in den Versand. Entwickelt wurde das Verfahren gemeinsam mit dem Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr, welches das gesamte Projekt auch einer ökologischen Bilanzierung unterziehen wird. Dort gibt man sich zuversichtlich, dass der ökologische Break-even-Point im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungen bereits nach wenigen Zyklen erreicht sein wird.

Verpackt wird in faltbare Kartons und Taschen, Taschen aus recycelten PET-Flaschen, für Glasflaschen wurde eine spezielle Lösung entwickelt. Unterstützt wird das Vorhaben vom Land Oberösterreich, das die Hälfte der Kosten trägt, die laut Post-Vorstand Umundum im fünfstelligen Eurobereich liegen. Für die beteiligten Handelsunternehmen gehe es bei dem Projekt vorerst darum, herauszufinden, „wie weit der Konsument bereit ist, einen Beitrag bei der Rückgabe zu leisten“, sagt Intersport-Logistikleiter Günther Junkowitsch.

 

Hohe Akzeptanz bei Konsumenten

Umundum gibt sich diesbezüglich optimistisch. Man sehe eine hohe Bereitschaft der Konsumenten, mitzutun, so der Post-Vorstand. Er verweist auf eine repräsentative Vorstudie der FH OÖ, in der 56 Prozent der Befragten wiederverwendbare Transportverpackungen für Online-Bestellungen befürworteten. 23 Prozent konnten sich das unter bestimmten Bedingungen vorstellen, zwei Prozent war es gleichgültig, lediglich 14 Prozent standen dem Vorhaben negativ gegenüber. Insgesamt zeigten sich mehr als 60 Prozent der Befragten bereit, Verpackungen zurückzuschicken. Das Pilotprojekt wird von Februar bis Juli 2022 laufen, verschickt werden ausgewählte Produktgruppen. (ebe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2021)