Die Quotentalfahrt des ORF

TV. Auch die „Helden“ und „Powerplay“ sind kein Erfolg.

[Wien] Elmar Oberhauser hätte bis zuletzt eigentlich Grund zum Jubeln gehabt. Denn wenn im ORF-Programm noch etwas zieht, dann die Information. Auch wenn der Informationsdirektor selbst vermutlich nicht besonders viel dafür kann, Quotenkaiser ist nach wie vor „Bundesland heute“ um 19Uhr (rund 1,2Mio. Seher), gefolgt von „ZIB1“ und „Wetter“.

Aufwendig gestaltete Unterhaltungsformate wie die jüngst gestartete Freitagabend-Show „Helden von morgen“ bleiben hingehen mit einer durchschnittlichen Seherzahl von 348.000 (Marktanteil: 15Prozent) hinter den Erwartungen des Senders zurück. Zum Vergleich: „Starmania“ startete 2002 mit mehr als 500.000Sehern, erreichte an manchen Freitagen bis zu 910.000 Menschen. Quoten, von denen der ORF heute träumt. Auch die neue Action-Show „Powerplay“ erreichte vergangenen Samstag nur 311.000 Seher. Fast doppelt so viele sahen zeitgleich Sepp Forchers „Klingendes Österreich“ auf ORF2. Dass keines der neuen Unterhaltungsformate so richtig zündet, muss vor allem Programmdirektor Wolfgang Lorenz Bauchweh bereiten.

Die Marktanteile des ORF sinken seit Jahren und stagnieren im September 2010 bei 32,7 Prozent (in den österreichischen Kabel- und Satellitenhaushalten). Auch wenn Wrabetz immer wieder betont, der Sinkflug der Marktanteile sei vor allem eine Folge der Digitalisierung, ist Fakt: Die Marktanteile sanken während seiner Amtszeit um knapp zwölf Prozent. Eine Änderung ist nicht in Sicht. awa

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2010)

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