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Planung

Stadtentwicklung auf Knopfdruck

Eines der großen Wiener Stadtentwicklungsgebiete: Village im Dritten, im Bild das Projekt Stadtregal.
Eines der großen Wiener Stadtentwicklungsgebiete: Village im Dritten, im Bild das Projekt Stadtregal.[ Gerner Gerner Plus ]
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Wie setzt man Nachhaltigkeit in der Stadt um? Drei Besipiele: Althangrund, Village im Dritten und Neues Landgut.

Eines ist klar: Die Entwicklung eines neuen oder die Adaptierung eines alten Stadtteils ist ein äußerst komplexes Planungsvorhaben – vor allem, wenn es in wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Belangen nachhaltig sein soll.

Auswirkung am Modell sehen

Um das zu erleichtern, hat das Center for Energy am AIT, Austrian Institute of Technology, mit dem City Intelligence Lab ein Tool entwickelt, mit dem Szenarien wie die Klimasituation in Stadtteilen und die Optimierung von Personenflüssen durchgespielt werden können und mithilfe digitaler Technologien auch die Benutzerperspektive in die Planung miteinbezogen werden kann.

Nikolas Neubert, Leiter der Competence Unit Digital Resilient Cities am Center for Energy des AIT: „Wir haben verschiedene Disziplinen miteinander vernetzt und sehr viel Vorarbeit geleistet, um nun ein Planungsinstrument zur Hand zu haben, in dem alle Auswirkungen von Stadtentwicklungsplanungen sofort darstellbar sind. Man sieht auf Knopfdruck, welche baulichen Maßnahmen welche Auswirkungen auf das Klima, den Verkehr oder auch den Energieverbrauch haben werden.“ Da verschiedene Orte verschiedene Fragestellungen haben, ist das City Lab zwar hilfreich, „aber die digitalen Instrumente allein sollen die planenden Experten nicht ersetzen, es braucht auch ein Team aus den verschiedenen Fachbereichen, um die Lösungsmöglichkeiten interpretieren zu können“, sagt Neubert. In Linz etwa hat man sich mithilfe des City Lab die Entwicklung künftiger Hitzeinseln angeschaut und überlegt, welche Maßnahmen den besten Kosten-Nutzen-Effekt bringen. In Frankfurt wurden mehrere Planungsvarianten und Szenarien für die Entwicklung der Frankfurter Skyline entworfen.

Lebendiges Stadt-Magazin

Dass der Begriff Nachhaltigkeit auch andere Komponenten einschließt, zeigen etwa aktuell Studierende der Kunstuni Linz. Sie haben zum Thema Städteplanung in Linz ihre Ideen, Vorstellungen, Entwürfe, Modelle gesammelt und in einem eigenen Magazin, „En Fleur“, veröffentlicht. Sigi Atteneder, Leiter der Architektur an der Kunstuniversität Linz: „Bei einer nachhaltigen Stadtgestaltung genügt es natürlich nicht, ,schöne‘ Gebäude hinzustellen, öffentlicher Raum, Verkehr, Infrastruktur und Nachhaltigkeit im kulturellen und sozialen Sinn reicht viel weiter. Man muss sich in seiner Umgebung wohlfühlen können – eine Stadt muss lebendig sein.“ Für Atteneder ist es „das Nachhaltigste, keine neuen Häuser zu bauen, sondern den Bestand zu renovieren, zu ergänzen und sanft zu verdichten“.

Einen anderen Zugang wählt Christoph M. Achammer, Professor am Lehrstuhl Integrale Bauplanung und Industriebau der TU Wien. Er hat den Architekturwettbewerb „Concrete-Student-Trophy-Nachfolger Isdec 2030“ ins Leben gerufen, der noch bis April läuft. „Für mich ist eine der essenziellen Anforderungen der Zeit die Interdisziplinarität.“ Daher war die Voraussetzung für die Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb, Teams zu bilden, die aus mindestens einem Architektur- und einem Bauingenieur-Studierenden bestehen. „Und natürlich mussten auch die Green-Deal-Komponenten miteinbezogen werden, die nur erreicht werden können, wenn sie von Anfang an mitgedacht werden.“ Hintergrund für den Wettbewerb war die Initiative der Stadt Wien „Die produktive Stadt“, das heißt, auch die Industrie in eine Stadtentwicklung zu integrieren. Zwölf Teams haben teilgenommen, nächstes Jahr wird der Wettbewerb ausgeweitet.

Was Sie wissen sollten zu Stadtentwicklung. Drei aktuelle Wiener Beispiele

Projekt 1

Althangrund. Über dem Franz-Josefs-Bahnhof im 9. Bezirk entsteht ein – aus Altbestand umgebautes – neues Stadtteilzentrum: das Althanquartier mit Büros, Coworking, Gastronomie, Geschäften und Wohnungen. Herzstück wird das ÖGNI-zertifizierte, achtstöckige Objekt Francis sein. Das Projekt ist zu rund 1/3 fertiggestellt.

Projekt 2

Village im Dritten. Auf den Aspanggründen werden auf elf Hektar bis 2026 rund 1900 Wohnungen, Gewerbe, Nahversorger, Kindergärten und Schulen errichtet. Im Fokus des Energiekonzepts steht die Nutzung von lokal vorhandenen, erneuerbaren Ressourcen. Das Viertel soll zu einem der innovativsten Projekte Europas werden.

Projekt 3

Neues Landgut. Die Stadt Wien und die ÖBB entwickeln in der Nähe des Wiener Hauptbahnhofs auf neun Hektar bis 2026 ein neues Viertel mit 1500 Wohnungen, Bildungscampus, Grünem Zentrum mit Erdgeschoßzonen. Soziale und ökologische Aspekte bilden die Basis für das Konzept, die historische Gösserhalle soll adaptiert werden.

 

 

 

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