Im gleichen Zeitraum sind die Vorsorgen für faule Kredite um 9,6 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro angewachsen. Im dritten Quartal waren die Kreditrisikokosten aber rückläufig. Die Kernkapitalquote wurde erhöht.
Die Erste Group meldet für die ersten neun Monate 2010 einen leicht gestiegenen Nettogewinn. Sie lag damit über den Analystenerwartungen. Der Periodenüberschuss nach Steuern lag mit 736,8 Millionen Euro um 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn lag allein im Quartal mit 264,9 Millionen deutlich über den von den Analysten erwarteten 240 Millionen.
Das Betriebsergebnis stieg bis September um 9,1 Prozent auf drei Milliarden Euro. Im dritten Quartal besserte sich das Betriebsergebnis zum Vorquartal um 2,9 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Laut Bankchef Andreas Treichl war das das bisher beste operative Ergebnis in der Geschichte der Bank. Die Bilanzsumme stieg seit Jahresanfang bis Ende September um 2,4 Prozent auf 206,5 Milliarden Euro.
Vorsorgen für faule Kredite weiter gestiegen
Die Vorsorgen für faule Kredite sind in den ersten neun Monaten um 9,6 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro angewachsen. Dieser Anstieg ist aber langsamer geworden. Im dritten Quartal gab es im Vorjahresvergleich und auch im Vergleich zum bisherigen Jahresverlauf einen Rückgang der Kreditrisikokosten.
"Dank Betriebseinnahmen, die erstmals über zwei Milliarden Euro lagen, einem Rückgang der Risikokosten und der allmählichen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Zentral- und Osteuropa, konnte die Erste Group ihre Profitabilität auch im dritten Quartal weiter steigern", erklärte Treichl.
Kernkapitalquote erhöht
Das Eigenkapital erhöhte sich um 0,7 Milliarden auf 13,4 Milliarden Euro. Vor Einbeziehung des unterjährigen Gewinns ergab dies eine Tier 1-Quote (bezogen auf das Gesamtrisiko) von 9,7 Prozent (Ende 2009: 9,2 Prozent).
Weil die Bank voriges Jahr ihr Kapital deutlich erhöht hat, ist in den ersten drei Quartalen der Cash-Gewinn je Aktie von 2,06 auf 1,77 Euro je Aktie gesunken.
Zu Tier 1-Kapital zählen Stammkapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen, eigene Aktien im Bestand, als Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien ausgewiesenes Eigenkapital, Anpassungen aus der Währungsumrechnung, Minderheitsanteile, nicht kumulative Vorzugsaktien und Sonderposten für allgemeine Bankrisiken.
Vom Tier-1-Kapital vollständig abzuziehen sind unter anderem der Goodwill und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Die Summe hieraus wird ins Verhältnis gesetzt zu den risikotragenden Aktiva. Der sich hieraus ergebende Prozentsatz ist die Kernkapitalquote.
(APA)