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Interview

Thomas Neuburger: „Wir kommen dem Fleisch sehr nahe“

@ Dominik Derflinger
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Thomas Neuburger, Junior-Chef des Wurstproduzenten, setzt auf fleischlose Alternativen und verzichtet damit auf höhere Margen. Über seinen Idealismus, die Liebe zu Pilzen und wie es ist, ein Millionen-Unternehmen zu übernehmen.

Die Presse: Das Geschäft mit der Neuburger-Wurst läuft gut. Davon ließe sich noch viel mehr verkaufen, als Sie produzieren. Warum wollen Sie künftig mehr auf fleischlose Alternativen setzen?

Thomas Neuburger: Das hat keine betriebswirtschaftlichen, sondern idealistische Gründe. Meine Familie arbeitet seit fünf Jahrzehnten im Fleischergewerbe. Wir haben gesehen, wie sich die Industrialisierung der Landwirtschaft auf das Tierwohl auswirkt – nicht zum Positiven. Da wollten wir nicht mehr mitgehen und ein Gleichgewicht schaffen. Bei Neuburger verwenden wir nur AMA-zertifiziertes Fleisch. Bio ist leider nicht möglich, das geht sich in den benötigten Mengen nicht aus, deswegen haben wir uns bei pflanzlichen Alternativen umgeschaut . . .

. . . und die Lösung bei Pilzen gefunden. Mit Ihrer Kräuterseitling-Farm sind Sie der größte Pilzzüchter Österreichs. Was fasziniert Sie so an den Pilzen?

Wir sind da hineingeschlittert. Das Potenzial von Pilzen wird total unterschätzt. Wir könnten damit in Zukunft den Welthunger deutlich reduzieren. Pilze wachsen fast überall, sind jahreszeitlich unabhängig, brauchen nicht viel Fläche und haben regelmäßige Ernten. Für mich sind Pilze total faszinierend, auch deren Energieeffizienz. Die Pilze heizen bei uns das Gebäude.