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Chipkrise

Texas Instruments verantwortlich für Halbleitermangel?

Begehrtes Gut: Silizium-Wafer, die Grundlage für Chips und Prozessoren.imago images/VCG
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Der taiwanesische Hersteller TSMC will den Schuldigen für den andauernden Chip-Mangel ausgemacht haben. Und lässt dabei zahlreiche andere Faktoren außer Acht.

Seit Monaten kämpft die Industrie gegen den weltweiten Chipmangel, der Experten zufolge auch noch das nächste Jahr andauern soll und sogar 2023 noch ein reales Problem darstellen könnte. Autoproduktionsstätten werden stillgelegt, Sonys Playstation 5, ein Kassenschlager, kann nicht in der gewünschten Menge hergestellt werden und selbst Apple muss beim iPhone die Bestellmenge drosseln. Die Lieferzeiten für Elektronikgeräte erreicht ein neues Allzeithoch. Der Grund: Chips sind Mangelware. Und der taiwanesische Chip-Hersteller TSMC (Semiconductor Manufacturing Company) will auch den Verantwortlichen ausfindig gemacht haben: Texas Instruments.

Texas Instruments, für viele der Inbegriff der Schulzeit. In nahezu jedem Rucksack war und ist meist ein TI-xx zu finden. Vom einfachen Gerät bis hin zum TI 92, der hochkomplexe Mathematikaufgaben lösen kann und dessen Bedienungsanleitung schwerer als das Gerät selbst ist. Der Hersteller ist zwar für seine Taschenrechner hinlänglich bekannt. Weniger aber für sein eigentliches Hauptgeschäft als einer der größten amerikanischen Halbleiterhersteller und führenden analogen Chiphersteller. Die meisten Unternehmen sind von jenen Chips zur Regulierung des Spannungspegels in Computern abhängig. Diese simplen Einheiten sorgen nämlich dafür dass alle anderen Komponenten und Prozessoren einwandfrei versorgt werden.

Selbst unter normalen Bedingungen ist die Produktion von Halbleitern ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. Doch TSMC, dessen Auftraggeber unter anderem Apple ist, sieht in Texas Instruments das Nadelöhr der jetzigen Situation.

Der Vorwurf: Texas Instruments baut seine Produktionskapazitäten nicht weiter aus. Die gestiegene Nachfrage kann demnach nicht bedient werden. Tatsächlich hat der Hersteller in der Offenlegung der Quartalszahlen eingeräumt, dass die Lagerbestände extrem niedrig seien und man auch nicht in der Lage sei, die Zeitpläne für Lieferungen einzuhalten.

Ein Aspekt, aber nicht der einzige Grund für den Mangel

Auch wenn hier TSMC das Nadelöhr bei Texas Instruments vermutet, ist der anhaltende Halbleitermangel nicht auf die Engpässe bei einem einzelnen Unternehmen zu reduzieren. Weitere Faktoren sind die Lockdowns in China, wodurch weniger Silizium produziert wurde. Kaum wurden diese aufgehoben, schnellten die Energiepreise in die Höhe, weswegen erneut die Produktion reduziert werden musste. Somit wurde der Rohstoff knapper und auch teurer. Außerdem ist die geringe Haltbarkeit ein weiteres Problem.

>>> Warum Halbleiter knapp sind [premium]

Die Herstellung von Mikrochips ist aufwendig und dauert lang. Die Knappheit kann daher nicht so schnell behoben werden. Das kommt allerdings einigen Branchenfirmen zugute.

 

TSMC weiß dabei selbst, dass der Ausbau von Produktionskapazitäten sich nicht binnen weniger Wochen bewerkstelligen lässt. Der Bau des neuen Standorts in den USA, bei dem vornehmlich der Auftraggeber Apple bedient werden soll, wird noch weitere vier Jahre in Anspruch nehmen und 12 Milliarden Dollar kosten.

TSMC versucht seit Monaten die Fertigung globaler zu verteilen, nachdem das Unternehmen vorrangig in Taiwan und China produziert. Besonders zu Beginn der Pandemie war das Unternehmen aber durch die restriktiven Lockdowns stark betroffen.  Für eine bessere Versorgungssicherheit sollen künftig in den USA in Deutschland produziert werden.