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Lizenzen für Spielbanken: Big Player am Zug

Lizenzen fuer Spielbanken Player
(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Die Kapitalerfordernis für Betreiber ist sehr hoch. Für die Lotterien braucht ein Betreiber 109 Mio. Euro Stammkapital, für eine Spielbank sind 22 Mio. Euro Stammkapital erforderlich.

[Wien]Im Frühling 2011 geht es los: Dann soll die Ausschreibung (offiziell ist von einer transparenten Interessentensuche die Rede) für 15 Spielbanken- und eine Lotterienlizenz sowie eine Konzession für Pokercasinos gestartet werden. Parallel dazu wollen die Bundesländer mit der Suche nach Bewerbern für die Automatencasinos beginnen, erfuhr die „Presse“.

Zu den vier Ländern Wien, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten, in denen schon bisher das „Kleine Glücksspiel“ an Automaten erlaubt war, wollen auch Oberösterreich und das Burgenland den Glücksspielmarkt öffnen. Die entsprechenden Landesgesetze sollen im Dezember beschlossen werden. Weiterhin keine Automatenspiele soll es in Tirol, Salzburg und Vorarlberg geben.

Wie aus dem vom Finanzministerium nun in Begutachtung geschickten Entwurf für eine Novelle zum Glücksspielgesetz hervorgeht, dürften bei Spielbanken und den Lotterien nur Big Player zum Zug kommen. Denn für die Lotterien braucht ein Betreiber 109 Mio. Euro Stammkapital, für eine Spielbank sind 22 Mio. Euro Stammkapital erforderlich. Diese Anforderung erfüllen hierzulande nur die Casinos Austria (40 Mio. Euro) und ihre Tochter Lotterien (110 Mio. Euro), die derzeit alle Lizenzen halten, und Konkurrent Novomatic, bei dem die AG zum Halbjahr 26 Mio. Euro Grundkapital ausweist.

Das erst im Oktober fixierte Glücksspielgesetz muss wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs repariert werden. Laut EuGH kann nämlich eine EU-Gesellschaft eine Lizenz erhalten und ein Casino betreiben, ohne einen Sitz in Österreich zu haben. Die Novelle soll am 30. November im Ministerrat abgesegnet werden, um am 1. Dezember als Budgetbegleitgesetz vom Nationalrat verabschiedet zu werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2010)