Erfolgsrezepte: Stetige Selbsterneuerung

Stetige Selbsterneuerung
(c) APA (OTTAKRINGER BRAUEREI/ALEXANDRA E)

Wie der Vorarlberger Sigi Menz bei Ottakringer vom Controller zum Vorstandsvorsitzenden avancierte.

„Was braucht's zum Erfolg, wenn du nicht geerbt hast? Erstens harte Arbeit und davon mehr als der Durchschnitt. Zweitens jemanden, der an einen glaubt und einen fördert. Drittens ein sehr geschärftes Selbstbild. Viertens klare Ziele, aufrechte Werte und Entscheidungsstärke.“ Im Rahmen der Managementclub-Veranstaltungsreihe future leaders verriet Ottakringer-AG-Vorstandsvorsitzender Sigi Menz Führungskräften von morgen sehr persönliche Erfolgsrezepte.

Der gebürtige Vorarlberger absolvierte an der WU Wien das Betriebswirtschaftsstudium. Danach wollte er ins Ausland, verschickte weltweit Bewerbungen und wurde immerhin zweimal auf Kosten von Headhuntern zu Bewerbungsgesprächen nach Frankfurt eingeladen. Seine ersten beruflichen Erfahrungen machte er aber in einer Wirtschaftstreuhand-Kanzlei in Dornbirn, ehe der damals 28-Jährige als Key-Account-Manager bei der Ersten Österreichischen Sparkasse in Wien anheuerte.

Vier Jahre später stellte sich Menz, dessen Mutter aus der Dornbirner Mohrenbräu-Familie Huber stammt, die Frage „Bank oder Brauerei?“. Nicht etwa, weil aus der Verwandtschaft angefragt wurde, sondern weil ein Angebot von Ottakringer kam, als Controller einzusteigen. Da Menz lieber ins Wirtshaus geht als zur Bank, nahm er an. Und betrieb mit eigenen Methoden Marktforschung in Form von konsequenten Wirtshausbesuchen, um das Erfolgsrezept der Gastronomie zu studieren.

 

Führen mit Respekt

Nach dem Aufbau der Controlling-Abteilung führte der Topmanager das Unternehmen 1986 an die Börse. Drei Jahre später übernahm er die Gesamtverantwortung des kaufmännischen Bereiches, 1995 wurde er Gesellschafter und Vorstand der Ottakringer Brauerei AG sowie der Getränkeindustrie Holding AG und 2000 Vorstandsvorsitzender der Ottakringer Brauerei AG mit Verantwortung für die 1000 Mitarbeiter der Getränkegruppe.

„Wenn Sie es verabsäumen, wirklich gute Leute an Bord zu holen, werden Sie Schiffbruch erleiden“, betont der Unternehmenskapitän die Bedeutung des Themas Personalmanagement. Kommunikation sei eine der wichtigsten Führungsaufgaben und Respekt gegenüber Menschen – Jungen und Alten, Schwachen, Schwierigen, und Gescheiten – die Basis.

Von den Zuhörern auf das unter Managern weit verbreitete Phänomen „Angst“ angesprochen, antwortet der verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter: „Manager, die Angst haben, werden schwach. Wichtig ist, rechtzeitig Pläne für die zweite Lebenshälfte zu machen, in der Konkurrenz in Form Jüngerer, die die Hälfte kosten und bessere Ideen haben, nachkommen“, so der 58-Jährige, der sich auch stark in Kunst, Kultur und Sport engagiert.

„Wer sich immer nur in seinem Wirtschaftssumpf bewegt und nicht permanent selbst erneuert, verliert an Visionskraft und wird schnell einseitig.“ Eine Gefahr, der Menz multipel vorgebeugt hat: unter anderem als Vizepräsident im Rapid-Präsidium, als Vizepräsident der Kunsthalle und als Präsident im Freundeskreis Theater an der Wien.