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Filmindustrie

Streaming und der Anbieter-Wildwuchs: Die Rückkehr von Raubkopien

"Star Trek: Discovery" verschwand kürzlich von der Netflix-Bildfläche.imago images/Future Image
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Netflix, Amazon Prime, Disney+, Apple TV. Die Auswahl an Streaming-Anbietern ist unübersichtlich, zeitaufwändig und teuer geworden. Das bringt einen alten Feind der Filmstudios zurück: Die Filmpiraterie.

2014 schüttelte der US-Streamingdienst Netflix den heimischen Fernsehmarkt gehörig durcheinander. Auch wenn die erfolgreichen Eigenproduktionen wie "House of Cards" und "Orange is the New Black" zu Beginn aufgrund von Lizenzvereinbarungen mit Pay-TV-Sender Sky gar nicht verfügbar waren. Das On-Demand-Prinzip mit Abo-Modell setzte sich durch. Seitdem schießen die Streaming-Dienste wie Schwammerl aus dem Boden. Jeder will ein Stück vom großen Abo-Kuchen. Für den Nutzer wird es zunehmends unübersichtlicher, teurer und mühsamer. Ein paar Tipps für einen entspannten Fernsehabend.

Früher wurde gezappt (wenn mehr als nur ORF 1 und 2 zur Verfügung standen), bis man sich schließlich auf einen Sender einigen konnte. Zumindest bis zur Werbung, dann fing die Suche wieder von vorne an und vergaß darüber meist, was man eigentlich zuvor schaute. Heute beginnt der Fernsehabend anders. Bevor es überhaupt losgeht, muss man sich in der Familie auf einen Anbieter erst einigen und die Auswahl ist mittlerweile groß: Netflix, Amazon, Disney+ oder Apple TV. "Only Murders in the Building" auf Disney+, "LOL" auf Amazon Prime "Ted Lasso" auf Apple TV oder doch lieber "Star Trek: Discovery" auf Netflix?

Doch insbesondere letztere birgt ein weiteres Problem: Drei Staffeln lang war die Serie exklusiv auf Netflix verfügbar. Doch jetzt ist sie weg und die vierte Staffel wird gar nicht erst ausgestrahlt werden. Die US-Produktionsfirma ViacomCBS hat beschlossen, einen eigenen Dienst anzubieten. Die vierte Staffel von „Star Trek: Discovery" soll exklusiv auf Paramount+ verfügbar sein. Pläne für einen zeitnahen Start in Österreich, bzw. Europa gibt es aber noch nicht. Informationen des Branchenportals DWDL.de könnte es sogar sein, dass Paramount+ exklusiv über "Sky Cinema" des gleichnamigen Pay-TV-Senders verfügbar sein könnte.

Na gut, dann bezieht man ab nächstem Jahr „Sky Cinema“ könnte die Antwort sein, aber: Zwar ist jeder einzelne Dienst für sich gesehen mit bis zu maximal zehn Euro pro Monat günstig und zudem auch monatlich kündbar. Nur ist kaum jemand so konsequent und bucht einen Dienst für nur einen Monat, sieht sich dann die Serie in einem Durchlauf an, um ihn dann wieder zu kündigen. Somit summiert sich ein Dienst nach dem anderen auf einen recht hohen monatlichen Betrag. Und dann drängen noch weitere Anbieter nach Österreich: HBO, Joyn und eben Paramount+.

Second Screen als Alternative

War "Black Widow" jetzt auf Amazon Prime oder doch Disney+? Eine zentrale Anlaufstelle, die über die Streaming-Anbieter gestülpt ist und einen nach Inhalten suchen lässt und diese dann die verfügbaren Anbieter auflistet. Nachdem die meisten Plattformen eine Indizierung ihrer Inhalte gar nicht wünschen, wird es wohl länger solch einen Service nicht geben. Bis dahin kann man sich aber mit zwei Webseiten die Suchzeiten verkürzen. Dazu zählt unter anderem "justwatch.com".

Auf dieser Webseite können die abonnierten Dienste ausgewählt werden und es werden Filme und Serien angezeigt, die einem vielleicht aus Algorithmus-Gründen bereits vorenthalten werden. Außerdem lässt sich bequem nach Inhalten suchen. "Wer streamt es" eignet sich hingegen sehr für die gezielte Suche. Hier wird übersichtlich aufgelistet, auf welchen Plattformen zum Beispiel "Star Trek: Discovery" noch zu finden ist (Kostenpflichtig auf Amazon und iTunes).

Piraterie wieder auf dem Vormarsch

Zum Start von Netflix und Amazon Prime zeigte sich schnell, dass Kunden sehr wohl daran interessiert sind, für Inhalte zu bezahlen. Vor allem dann, wenn die Premiere weltweit gleichzeitig stattfindet. Die Filmpiraterie und "Tauschbörsen" wie Kino.to gerieten dabei immer mehr in Vergessenheit. 2019 - mit dem Wildwuchs an Streaming-Diensten - nimmt diese aber wieder zu. Wohl auch, weil es einfacher ist, sich einen Film auf einer Tauschbörse zu organisieren. Der Disney-Film "Black Widow" blieb an den Kinokassen hinter den Erwartungen zurück und führte indes die illegalen Download-Charts an.